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Journalisten warten vor dem Amtsgericht Mannheim© dpa

Justiz

Fall Kachelmann: Haftprüfung verzögert sich

Das Amtsgericht Mannheim hat am Mittwoch darüber beraten, ob der ARD-Moderator Jörg Kachelmann in Untersuchungshaft bleiben muss.

Nach Angaben seiner Anwälte wollte der seit Samstag inhaftierte 51-jährige Schweizer bei dem Haftprüfungstermin eine „umfassende“ Aussage zu den Vorwürfen machen. Kachelmann bestreitet demnach, dass er die Frau, die ihn angezeigt hat, vergewaltigte.

Laut Staatsanwaltschaft beschuldigt sie ihn, sie Anfang Februar nach einem Beziehungsstreit in ihrer Wohnung im Rhein-Neckar-Kreis gewaltsam zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Kachelmann bezeichnet sich jedoch in einer Presseerklärung als unschuldig; seine Anwälte Ralf Höcker und Reinhard Birkenstock bezeichneten die Vorwürfe der Frau als „frei erfunden“. Deren Rechtsanwalt Thomas Franz widersprach ihnen: „Die Verletzungen und die Vergewaltigung wurden bei einer Untersuchung in der Gerichtsmedizin auch festgestellt“, sagte er.

Birkenstock rechnete vor dem Haftprüfungstermin nicht damit, dass sein Mandant Kachelmann am Mittwoch aus der Untersuchungshaft freikäme. Er sagte im Sender N24, es sei kein Haftprüfungstermin, daher sei auch nicht damit zu rechnen, dass er bereits vorläufig auf freien Fuß gesetzt werden könnte. „Es ist heute ein Vernehmungstermin“, sagte der Kölner Jurist. Dagegen hatte die Mannheimer Staatsanwaltschaft am Dienstag mitgeteilt, auf Antrag der Verteidigung habe das Amtsgericht Mannheim Mittwoch um 10.30 Uhr als Termin zur mündlichen Haftprüfung bestimmt. Das Gericht werde prüfen, ob der dem Haftbefehl zugrunde liegende dringende Tatverdacht der Vergewaltigung und der Haftgrund der Fluchtgefahr weiterhin bestehe.

Birkenstock kritisierte: „Man ist in Deutschland, wenn ein solcher Verdacht an einem hängt, schnell verhaftet. Die Enthaftung dauert in der Regel länger.“ Der Rechtsanwalt fügte hinzu: „Aber wenn Herr Kachelmann heute seine Sicht der Dinge darstellt, wird sicherlich bei der Objektivität der Staatsanwaltschaft dort und auch bei Gericht neu nachgedacht. Und es wird alles überprüft werden, was Herr Kachelmann der Justiz mitzuteilen hat.“


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