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Wirds wieder so schön wie 2006? Nana und Honey feiern das Achtelfinale Deutschland-Schweden.© dpa (Archiv)

WM

FIFA verbietet tausenden Wirten Fanfest

Der Streit um Fan-Partys in Deutschland mit Live- Bildern von der Fußball-WM in Südafrika hat sich zur grundsätzlichen juristischen und medienpolitischen Kraftprobe mit der FIFA ausgeweitet.

Der Weltfußballverband in Zürich hat unter anderem dem Bundespressestrand in Berlin die Lizenz für die Übertragung bereits zweimal untersagt. Betreiberin Johanna Ismayr will dies ignorieren und auch ohne Vereinbarung handeln. „Wir werden am Bundespressestrand in jedem Fall die Spiele zeigen“, sagte die Geschäftsführerin am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) könnten bis zu 100 000 Gastronomen von dem Konflikt betroffen sein. Auch aus der Politik kamen kritische Stimmen. Der FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja kündigte Initiativen für die Veranstalter und gegen die FIFA in den Sportausschüssen des Bundestags und des Berliner Abgeordnetenhauses an.

Die FIFA versicherte inzwischen, sie anerkenne das große Interesse in Deutschland an den Public-Viewing-Partys und WM-Live-Bildern, müsse aber mit den Lizenzforderungen ihre Sponsoren und die offizielle Fan-Meile in Berlin am Brandenburger Tor schützen. Am Nachmittag teilte die FIFA mit, dass in ganz Deutschland 1571 Veranstalter eine Lizenz beantragt haben und „public viewing“ von den WM-Spielen anbieten werden. Die ganz überwiegende Zahl davon sei nicht-kommerziell bedingt.

Dehoga-Geschäftsführer Jürgen Benad bewertete das Verhalten der FIFA „mit allergrößtem Unverständnis“. Die Hoteliers seien von den Lizenzierungsforderungen verunsichert. Die Dehoga habe in dem Grundsatzstreit Unterstützung vom Präsidenten des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), Theo Zwanziger erhalten. Eine Beschwerde an FIFA- Präsident Joseph Blatter sei bisher nicht beantwortet worden.

Kritik an der FIFA äußerte in Berlin Veranstalter Markus Schielke aus Ansbach: „Ich verstehe die FIFA überhaupt nicht mehr. Auch wir sind abgelehnt worden, weil unsere Sponsoren angeblich mit denen der FIFA konkurrieren. Aber wo sollen denn die Massen hin, die Leute mögen die Partys. In Berlin wird auch die Fan-Meile aus allen Nähten platzen.“ Bei kommerziellen WM-TV-Events verlangt die FIFA eine Gebühr, meist zwischen 2000 und 5000 Euro. Schielke war ebenso wie Ismayr bereit, dies zu zahlen, sei aber trotzdem abgelehnt worden.

Zum Berliner Fall teilte die FIFA mit, dass in der Hauptstadt an 56 Schauplätzen Fan-Partys mit TV-Bildern gefeiert werden könne. Die Genehmigungen dafür würden in dieser Woche ausgegeben. Nur in zwei Fällen habe es in Berlin Ablehnungen gegeben, weil die Anträge rein kommerziellen Hintergrund gehabt hätten. Eine Bilanz der gestellten Anträge und gewährten Genehmigungen für ganz Deutschland gab die FIFA zunächst nicht preis.

Der Fußballverband will in jedem Fall verhindern, dass zu viel Konkurrenz zur offiziellen Berliner Fan-Meile am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni entsteht. Dieses Fest werde gemeinsam von der FIFA und der Stadt Berlin veranstaltet. Live-Bilder von den Spielen werden bei einem kurzfristigen WM-Fanfest nahe dem Olympiastadion zur WM-Eröffnung und dann erst wieder vom Viertelfinale an auf der Fan-Meile Straße des 17. Juni ausgestrahlt. dpa


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