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SCHRÄGLAGE: Am Strand von St. Peter-Ording pfiff schon mittags ein ordentlicher Wind.© dpa

Wetter

Erster Herbststurm wütet Norden

Sturmtief „Sebastian“ hat vor allem im Norden Niedersachsens und in Bremen Schäden angerichtet. Bäume und Gerüste stürzten um, in Bremen wurde mindestens ein Mensch verletzt. Viele Fähren zu den Inseln blieben wegen der Unwetterwarnung im Hafen.

Schwere Sturm- und Orkanböen sind am Mittwoch über Niedersachsen und Bremen gezogen. Über der Nordsee wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erwartet. Besonders betroffen vom Sturmtief „Sebastian“ waren der nördliche Bereich Niedersachsens und Bremen. In der Küstenregion gab es gewaltige Böen, wie Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst sagte. Der Höhepunkt des Sturms wurde für den späten Nachmittag erwartet, die Unwetterwarnung für die Region galt zunächst bis 20 Uhr.

In Ostfriesland waren die Feuerwehren besonders gefordert. „Wir haben schon weit über 100 Einsätze gehabt“, sagte Schichtführer Simen Rass von der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland am frühen Nachmittag.

Nach seinen Worten stürzten in den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund zahlreiche Bäume auf Fahrbahnen, Gehwege, Autos, Telefon- und Bahnleitungen. Vielerorts sägten Feuerwehrleute Äste und Stämme ab, um Schäden zu vermeiden. „Wir haben unsere Leitstelle massiv aufgestockt“, sagte Rass.

Ähnlich heftig war es in Bremen. „Die Einsätze kommen im Minutentakt rein“, sagte ein Polizeisprecher. Er berichtete von weggewehten Baugerüsten sowie zahlreichen Ästen, die auf Straßen und Autos krachten. Am Nachmittag wurde ein Mensch von einem umstürzenden Baum verletzt, genaueres war zunächst unklar.

Die Landkreise Verden, Osterholz und Osnabrück meldeten ebenfalls viele Schäden durch umstürzende Bäume, herabfallende Äste oder umherfliegende Gegenstände. „Die Polizei, die Feuerwehren und die Straßenmeistereien haben zur Zeit alle Hände voll zu tun, um die auflaufenden Meldungen abzuarbeiten“, teilte ein Polizeisprecher der Inspektion Verden/Osterholz mit.

„Normalerweise erwischen uns die Stürme eher im Winter, wenn die Laubbäume keine Blätter mehr haben“, sagte Meteorologe Scholz. Nun böten die Bäume mit dem vielen Laub eine große Angriffsfläche. „Bäume können sehr leicht entwurzelt werden.“ Menschen sollten sich vor herabfallenden Ästen und Dachziegeln in Acht nehmen. „Man muss vor allem im Norden vorsichtig sein.“

Auch der Schiffsverkehr war beeinträchtigt. Zwischen Wangerooge und Harlesiel fuhr am Morgen nur jeweils ein Schiff. Alle anderen Fähren fielen aus, wie die Bahn mitteilte, die die Fährverbindung betreibt.

Der Katamaran „Halunder Jet“ von Hamburg über Cuxhaven nach Helgoland blieb ebenfalls im Hafen, weil Orkanböen und bis zu sechs Meter hohe Wellen erwartet wurden. „Das können und wollen wir weder den Passagieren noch Besatzung und Schiff zumuten“, hieß es von den Betreibern der Linie. Auch auf der Strecke zwischen Neßmersiel im Landkreis Aurich und der Insel Baltrum wurden die Schiffsfahrten abgesagt, wie die Reederei Baltrum-Linie mitteilte.

In Hamburg ist ein Passant von einem umfallenden Baugerüst erschlagen worden. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Windböen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. Der 38 Jahre alte Mann sei von den Gerüstteilen getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Am Mittwochnachmittag sei er dann seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit.

Am Flughafen Bremen fiel ein Flug aus. Eine Maschine, die aus Amsterdam erwartet wurde, kam wegen des dortigen Unwetters nicht an, so dass das Flugzeug auch nicht von Bremen nach Amsterdam zurück fliegen konnte.


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