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Der Keim Serratia marcescens ist in der Berliner Klinik Charité bei fünf Neugeborenen nachgewiesen worden. Foto: Pete Seidel/CDC/Archiv

Der Keim Serratia marcescens ist in der Berliner Klinik Charité bei fünf Neugeborenen nachgewiesen worden. Foto: Pete Seidel/CDC/Archiv

Gesundheit

Erneut Fälle von Darmkeim-Infektionen an der Charité

Berlin (dpa) - An der Berliner Charité gibt es nach 2012 erneut Fälle von Darmkeim-Infektionen bei Babys. Betroffen ist die Station am Campus Virchow-Klinikum im Bezirk Wedding, auf der auch die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R.

versorgt werden. 

Auf der dortigen Neugeborenen-Intensivstation werden inzwischen keine weiteren Frühgeborenen mehr aufgenommen, sie müssten auf andere Standorte und Krankenhäuser ausweichen. Das teilte das Klinikum mit.

Die Kinder von Annegret R. lägen allerdings räumlich getrennt von den fünf Babys, bei denen der Keim Serratia marcescens nachgewiesen worden sei. Erste Fälle gab es bereits am 13. April, den letzten am 23. Mai, wie der stellvertretende Leiter der Klinik für Neonatologie, Prof. Christof Dame, sagte. Er betonte, dass vom Keim betroffene und nicht betroffene Babys von verschiedenen Pfleger- und Ärzte-Teams betreut würden. Es gebe "konsequente Barrieren", um die insgesamt acht anderen Kinder auf der Station zu schützen. Normalerweise hat die Station 16 Betten, diese würden nun nicht alle ausgelastet.

Der Zustand der betroffenen Kinder sei "trotz ihres insgesamt sehr hohen Risikos" stabil, hieß es in einer Klinikmitteilung. Sie hätten extrem niedriges Gewicht oder schwere Begleiterkrankungen. Drei der Kinder hatten sich mit dem Keim infiziert und Lungenentzündungen bekommen, bei einem weiteren war es zu einer örtlichen Entzündung am Auge gekommen. In allen Fällen habe ein Antibiotikum angesprochen.

Beim fünften Kind wurden die Keime bereits bei der Aufnahme in der Charité festgestellt: Es war vorher am Herzen operiert worden und liege nun von den anderen vier Betroffenen getrennt, auch bei ihm seien die Entzündungsanzeichen bereits weg. Ob die Keimstämme übereinstimmten, zeige sich in den nächsten Tagen, sagte Dame. Die Fälle seien den Behörden sofort gemeldet worden.

Als möglichen Übertragungsweg vermuten die Charité-Experten Fläschchenwärmer, wie Dame weiter erläuterte. Sie hätten vor Beginn des Ausbruchs von Eltern wie von Pflegern genutzt werden können. Auf Oberflächen halte sich der Keim lange, aber auch 20 Prozent der normalen Bevölkerung trage Serratien. Zum jüngsten Fall vom 23. Mai gebe es noch weitere Untersuchungen.

Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) werden das Ausbruchsteam an der Charité unterstützen, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit. Anfragen um Amtshilfe seien positiv beantwortet worden.

2012 waren an der Charité bei mehreren Säuglingen und Frühchen Serratien-Keime entdeckt worden. Einige erkrankten, andere trugen den Keim auf der Haut. Der Tod eines infizierten Babys, der allerdings durch eine Herz-OP eintrat, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

dpa


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