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Gibts sogar als Feuerwehrwagen: VW-Bulli© dpa/Archiv

Wirtschaft

Erfolgsgeschichte aus Hannover: Der VW-Bulli wird 60

Der VW-Bulli ist ebenso wie der Käfer ein Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Mit dem Lieferwagen von Volkswagen starteten zehntausende von Handwerkern, Händlern und kleinen Gewerbetreibenden in den Aufschwung der Nachkriegszeit.

In der aufblühenden deutschen Wirtschaft war der Bulli das richtige Transportfahrzeug zum richtigen Zeitpunkt. Er wurde die zweite Erfolgsgeschichte von Volkswagen. Am 8. März feiert der Bulli einen runden Geburtstag: Vor 60 Jahren lief die Serienfertigung im VW-Stammwerk Wolfsburg an.

Die Entstehungsgeschichte des Bulli ist kurios. Als der niederländische VW-Importeur Ben Pon 1947 bei einem Besuch in Wolfsburg durch das Werk ging, sah er ein merkwürdiges Gefährt: ein von VW-Arbeitern selbst zusammengebautes einfaches Fahrzeug, mit dem sie schwere Platten von Halle zu Halle transportierten. Dieser „Plattenwagen“ inspirierte Pon: Er entwickelte die Idee für ein einfaches und stabiles Transportfahrzeug, machte erste Skizzen und überzeugte den damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff in vielen Gesprächen, ein solches Auto zu bauen.

1949 waren die ersten Prototypen für ein Fahrzeug fertig, wie es so auf der Welt noch keines gab: Einen Frontlenker mit Heckmotor und kastenförmigen Aufbau - wobei Achsen und Motoren vom Käfer übernommen wurden. Wenige Monate später wurde dann die Serienfertigung in Wolfsburg gestartet. Am ersten Tag wurden zwei Wagen gebaut. Einer ging an den Parfümhersteller 4711 in Köln - auch eine Symbolmarke des Wirtschaftswunders.

Der Transporter wurde bis 1956 in Wolfsburg gefertigt. Der Spitzname Bulli war von den ersten Kunden erfunden worden: weil das Fahrzeug so sympathisch kraftvoll aussah und weil es sowohl als Bus (Bu) als auch als Lieferwagen (Li) genutzt werden konnte. Der Name war lange inoffiziell, weil die Markenschutzrechte einem anderen Nutzfahrzeughersteller gehörten. Erst 2007 einigte sich VW mit dem Unternehmen Kässbohrer und seitdem heißt der Bulli auch offiziell so.

Und der Bulli fuhr der Konkurrenz schnell auf und davon. „Er war robust und zuverlässig, preiswert und variabel nutzbar“, sagt VW-Sprecher Manfred Grieger. Bereits 1954 gab es 30 verschiedene Modelle. Die Fertigungskapazitäten im Wolfsburger Stammwerk, in dem vor allem der Käfer gebaut wurde, reichten schon bald nicht mehr.

Deshalb entschied Nordhoff, ein neues Transporterwerk in Hannover zu errichten. 1956 lief die Fertigung an, seitdem wurden dort rund 7,5 Millionen Transporter in allen Varianten für Wirtschaft und Freizeit gebaut. Derzeit rollt die fünfte Transportergeneration von den Bändern. Weltweit wurden bisher insgesamt 10,7 Millionen Bulli gebaut, unter anderem auch in den ausländischen Werken in Polen, Südafrika und Brasilien.

Wie der Käfer ist auch der Bulli inzwischen Kult. Grieger: „Wenn sich die automobile Erfahrung mit dem Erleben ganzer Generationen verbindet, dann wird aus einem Auto ein Kultwagen.“ Das gilt für die vielen Wirtschaftswunderhandwerker ebenso wie für hunderttausende von busfahrenden Familienvätern, Globetrottern, Campern oder die Hippies der Woodstock-Generation. dpa


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