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Nach einem massiven Erdrutsch wird eine Verletzte in Kathmandu in einen Rettungswagen transporttiert.

Nach einem massiven Erdrutsch wird eine Verletzte in Kathmandu in einen Rettungswagen transporttiert. © Narendra Shrestha

Notfälle

Erdrutsch reißt Dorf in Nepal mit sich und staut Fluss zum See

Ein gigantischer Erdrutsch hat in Nepal mindestens acht Menschen in den Tod gerissen und einen Bergfluss zu einem kilometerlangem See aufgestaut. Die Armee des Himalaya-Landes versuchte am Samstag, ein Loch in den Damm aus Schlamm und Geröll zu sprengen.

Kathmandu. n. So sollte verhindert werden, dass der Erdwall unkontrolliert bricht und die Ortschaften flussabwärts überflutet. Der Damm war nach offiziellen Angaben knapp 90 Meter hoch und blockierte das Tal des Flusses Sunkoshi östlich der Hauptstadt Kathmandu.

Starker Monsunregen der vergangenen Tage hatte den Erdrutsch verursacht. Ein ganzer Hang glitt gegen zwei Uhr nachts ab und begrub das Örtchen Jure. Acht Leichen seien geborgen worden, mindestens 18 Menschen würden noch vermisst, sagte Innenminister Bamdev Gautam. Der Sender Kantipur Television berichtete, etwa drei Dutzend Häuser seien fortgerissen worden. Weitere 50 Häuser sowie ein kleines Wasserkraftwerk verschwanden demnach in dem aufgestauten See. Verletzte, darunter ein Belgier, wurden mit Helikoptern in Krankenhäuser in Kathmandu geflogen.

"Wenn der Damm aus Schlamm bricht, würde das noch mehr Zerstörung bringen", sagte Gautam. Er rief entlang des Flusses den Notstand aus. 700 Sicherheitskräfte seien in die Region Sindhupalchok geschickt worden. Alle verfügbaren Helikopter auch von privaten Fluggesellschaften seien alarmiert. Nepal habe zusätzlich Hilfe bei den Nachbarländern Indien und China angefragt. Tausende Menschen oberhalb und unterhalb des Sees wurden laut lokalen Meiden in Sicherheit gebracht, darunter die Bewohner der Handelsstadt Barahbise.

Der aufgestaute See erstreckte sich schnell über mehrere Kilometer und versperrte den Araniko Highway, die einzige Straße zwischen Nepal und China. Der Erdrutsch blockierte das Tal über mehrere Hundert Meter Breite. Etwa zwölf Stunden nach dem Unglück habe das Wasser die Dammkrone erreicht und begonnen, überzulaufen, sagte der Reporter Saraj Gurung. Die Armee habe Sprengstoff gezündet, um einen Ablauf zu schaffen und so den gewaltigen Druck auf den Damm zu mindern. Laut der Onlineausgabe der "Himalayan Times" konnte der Pegel des Sees aber zunächst nur um wenige Zentimeter gesenkt werden.

"Weiter flussabwärts, wo der Fluss durch die Blockade nun sehr seicht geworden ist, fischen die Menschen, und ahnen nicht, was passieren könnte, wenn der Erddamm bricht", berichtete Gurung weiter. Obwohl die Behörden alle Menschen aufgefordert hätten, in höhere Lagen zu gehen, blieben viele am Fluss und warteten ab, was passiere. Bewohner des Ortes Khadichaur veröffentlichten auf ihrer Facebook-Seite Fotos, die einen fast völlig ausgetrockneten Fluss Sunkoshi zeigen.

Polizeisprecher Subodh Ghimire erklärte, der Damm könne nicht von Hand beseitigt werden, da technische Geräte den Ort wegen der blockierten Nationalstraße nicht erreichten. Die Rettungsarbeiten wurden auch von weiteren, kleineren Erdrutschen in der Region behindert. Hilfskräfte konnten die Menschen am See kaum erreichen, da die Straße dorthin vom Erdrutsch blockiert war.

dpa


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