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Brandspuren an einer Bank in Alsdorf: Hier wurde der misshandelte Obdachlose in das Feuer seiner brennenden Kleidung hineingezogen.

Brandspuren an einer Bank in Alsdorf: Hier wurde der misshandelte Obdachlose in das Feuer seiner brennenden Kleidung hineingezogen. © Ralf Roeger

Kriminalität

Entsetzen über brutale Misshandlung eines Obdachlosen   

Schläge mit dem Hammer und massive Brandwunden: Ein junger Obdachloser wird im Raum Aachen auf dem Gelände einer Schule stundenlang misshandelt. Die enorme Brutalität der Tat macht betroffen. Warum die Täter so brutal vorgingen, ist unklar.

Alsdorf. Die stundenlange, brutale Misshandlung eines jungen Obdachlosen (19) auf einem Schulgelände in Alsdorf bei Aachen sorgt für Entsetzen. "Die Brutalität ist furchtbar, das ist erschütternd", sagte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders der Deutschen Presse-Agentur.

Das Opfer der Gewalttat liege nach der schrecklichen Gewalttat in der Nacht zum Samstag schwer verletzt im Krankenhaus.

Nach Schilderung der zuständigen Staatsanwaltschaft Aachen erlitt der Mann zahlreiche gravierende Verletzungen. "Er hat schwerste Verletzungen im Kopf- und Oberkörperbereich sowie massive Verbrennungen an der Hand und am Oberkörper", sagte Oberstaatsanwalt Jost Schützeberg am Mittwoch in Aachen der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Jugendliche (beide 15) und ein junger Mann (19) sollen den auf dem Schulgelände campierenden Obdachlosen unter anderem mit Hämmern geschlagen haben. Außerdem habe der Mann sich ausziehen müssen und sei ins Feuer seiner angezündeten Kleidung hineingezogen worden. Der Obdachlose wurde am Samstagmorgen an einer Bushaltestelle gefunden.

Zum genauen Motiv machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Vor der brutalen Tat soll es einen Streit zwischen einem der drei Beschuldigten und dem Opfer gegeben haben. "Es gab eine Streitigkeit. Worum es dabei ging, können wir nicht sagen", erläuterte Schützeberg. Der Staatsanwalt wollte sich nicht dazu äußern, wie die seit Sonntag in Untersuchungshaft sitzenden drei Tatverdächtigen in das Visier der Ermittler kamen. Sie sind laut Staatsanwaltschaft nicht vorbestraft.

"Es macht sicher sehr betroffen", sagte Martin May, Leiter der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, der Deutschen Presse-Agentur. Der mutmaßliche Tatort liege im Bereich des Sportplatzes. Vermutlich sei dort eine Garage schon häufiger zum Übernachten genutzt worden. Er habe sich vor den Sommerferien an das Ordnungsamt gewandt, damit der Obdachlose betreut werden könne. Ihm lägen keine Informationen vor, dass unter den Beschuldigten Schüler der Gesamtschule sind.

Der Obdachlose hat nach Stadt-Angaben lange vor der Tat Hilfsangebote und Hilfe erhalten. Ende 2014 sei ihm eine Wohnung vermittelt worden. Im Juni sei das Sozialamt durch den Bereitschaftsdienst der Stadt informiert worden, dass er wieder auf der Straße schlafe. Auf eigenen Wunsch sei der junge Mann von einer befreundeten Familie aufgenommen worden. Darüber hinaus habe es das Angebot gegeben, dass er Räume der Stadt für Obdachlose nutzen könne, wenn er keinen Schlafplatz habe.

dpa


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