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Absturz

Die letzten Minuten von Germanwings-Flug 4U9525

150 Menschen sterben am 24. März 2015, als der Copilot Andreas Lubitz eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen zum Absturz bringt.

Als Reaktion auf die Germanwings-Katastrophe hat sich die französische Flugunfallbehörde BEA für eine Lockerung des Ärztegeheimnisses bei Piloten mit psychologischen Problemen ausgesprochen. Mehrere Ärzte hätten von der Erkrankung des Copiloten gewusst, sagte BEA-Experte Arnaud Desjardins am Sonntag bei der Vorstellung des Abschlussberichts zu dem Absturz der Maschine in den französischen Alpen vor knapp einem Jahr. "Aber diese Information ist weder zu den Luftfahrbehörden noch zum Arbeitgeber Germanwings gelangt", sagte Desjardins weiter.

Es müssten klarere Regeln eingeführt werden, "um zu wissen, wann es notwendig ist, das Ärztegeheimnis zu brechen". In ihrem Abschlussbericht spricht sich die Behörde auch für strengere medizinische Kontrollen für Piloten aus. Es müsse regelmäßig geprüft werden, ob Piloten insbesondere aus "psychologischen oder psychiatrischen Gründen" nicht in der Lage seien, ein Flugzeug zu steuern.

Der Germanwings-Copilot sollte nach dem Willen eines Arztes in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Der Mediziner habe am 10. März - also zwei Wochen vor dem Airbus-Absturz - eine mögliche Psychose diagnostiziert und eine Einweisung empfohlen. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor. Der 27-Jährige hatte vor dem Unglücksflug 4U9525 nicht über seine Krankschreibung informiert. Nach Überzeugung der Ermittler hat der Copilot den Airbus A320  absichtlich zum Absturz gebracht.

Eine Chronologie der letzten Minuten von Flug 4U9525 basierend auf Angaben der französischen Flugunfall-Ermittlungsbehörde BEA und der Staatsanwaltschaft von Marseille:

10:00 Uhr: Der Airbus A320 startet von Startbahn 07R des Flughafens von Barcelona, Ziel ist Düsseldorf.

10:27:20 Uhr: Die Maschine erreicht ihre Reiseflughöhe von 38.000 Fuß (knapp 11.600 Meter).

10:30:00 Uhr: Ein Routine-Funkspruch des Kapitäns an die Flugsicherung in Marseille ist der letzte Funkkontakt mit der Maschine.

10:30:08 Uhr: Der Kapitän sagt seinem Copiloten Lubitz, dass er das Cockpit kurz verlassen wird - zu hören ist dann eine Bewegung des Pilotensitzes und ein Öffnen und Schließen der Cockpit-Tür.

10:30:53 Uhr: Der Copilot, nun allein im Cockpit, stellt im Autopiloten die Flughöhe innerhalb von einer Sekunde von 38.000 auf 100 Fuß (rund 30 Meter) ein - die niedrigste Höhe, die bei einem Airbus A320 eingestellt werden kann. Das Flugzeug geht in einen Sinkflug über.

10:33:12 Uhr: Lubitz erhöht die Geschwindigkeit der Maschine. Er wird sie später noch mehrmals erhöhen.

10:33:47 Uhr: Der Fluglotse fragt per Funk nach der freigegebenen Flughöhe. Zu diesem Zeitpunkt ist der Airbus bereits auf 30.000 Fuß gesunken. Der Copilot antwortet auch dann nicht, als der Lotse wiederholt nachfragt.

10:34:31 Uhr: Der Türsummer für einen Eintritt ins Cockpit ertönt - offenbar will der Kapitän zurückkehren.

10:35:04 Uhr: Der Kapitän betätigt die Klingel einer Gegensprechanlage. Er wird insgesamt vier Mal klingeln.

10:35:07 Uhr: Das Flugkontrollzentrum in Marseille versucht wiederholt vergeblich, Kontakt mit Flug 4U9525 aufzunehmen.

10:35:32 Uhr: Der Kapitän klopft mehrfach an die Tür des Cockpits.

10:37:11 Uhr: Mit Rufen versucht der Kapitän, Andreas Lubitz zum Öffnen der Tür zu bewegen.

10:38:38 Uhr: Die französische Luftverteidigung versucht drei Mal, Kontakt zu der Besatzung aufzunehmen, eine Antwort bleibt aus.

10:39:30 Uhr: An der Tür sind heftige Schläge zu hören - offenbar versucht der Kapitän, die Cockpit-Tür aufzubrechen.

10:39:54 Uhr: Die Besatzung eines anderen Flugzeugs versucht ebenfalls vergeblich, Kontakt mit Flug 4U9525 aufzunehmen.

10:40:41 Uhr: Das akustische Warnsignal "Terrain, Terrain, Pull Up, Pull Up" (Boden, hochziehen) ertönt.

10:41:06 Uhr: Die Maschine prallt in den französischen Alpen gegen einen Berg. Alle 150 Menschen an Bord kommen ums Leben.


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