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Auf einem Augenzeugen-Video ist zu sehen, wie die Sicherheitskräfte den Mann aus der Bahn zerren.

Auf einem Augenzeugen-Video ist zu sehen, wie die Sicherheitskräfte den Mann aus der Bahn zerren.
 © Screenshot/Facebook-Video

Übergriff

DB-Mitarbeiter zerren Schwarzfahrer brutal aus der Bahn

Angemessenes Einschreiten oder rassistischer Übergriff? Als sich ein dunkelhäutiger Schwarzfahrer nicht ausweisen kann, greifen zwei DB-Sicherheitsleute in einer Münchner S-Bahn ungewöhnlich hart durch. Nun ermittelt die Bundespolizei.

München.  Was die Journalistin Natalija Miletic kürzlich in einer S-Bahn erlebte, wird sie vermutlich so schnell nicht vergessen. Auf dem Weg vom Münchner Flughafen in die Innenstadt wurde sie Augenzeugin eines besonders brutalen Vorfalls: Als zwei Fahrkartenkontrolleure einen Fahrgast ohne Fahrschein antreffen, greifen sie ungewöhnlich hart durch – und das offenbar völlig grundlos.

Nach Miletics Schilderungen, leistete der dunkelhäutige Fahrgast zunächst keinerlei Widerstand. Nach einem längeren Wortwechsel, in dessen Verlauf die Kontrolleure dem Fahrgast auch seine letzten neun Euro als Anzahlung auf die 60-Euro-Strafe abgenommen haben sollen, packen zwei hinzugerufene DB-Sicherheitskräfte den Mann ungewöhnlich hart an und beförderten ihn schließlich im Schwitzkasten aus der Bahn. In einem von ihr selbst aufgenommenen Video, mit dem Miletic ihre Beobachtungen belegt, ist deutlich zu hören, wie der Mann zwischenzeitlich laut aufstöhnt. Dennoch ist zu sehen, wie die DB-Mitarbeiter weiter unbeirrt an ihm zerren und schließlich auf dem Bahnsteig auf den Asphalt drücken.

Sicherheitsleute dürfen vorerst nicht auf Streife gehen

Ebenfalls auf dem Video zu sehen: Immer wieder versuchen weitere Fahrgäste und die Journalistin die Sicherheitskräfte in ihrem Vorgehen zu stoppen. Eine Frau sagt immer wieder deutlich hörbar: „Das ist rassistisch, was sie da machen. Sie sollten sich schämen“, eine andere Frau betont immer wieder, dass der Mann ihnen doch gar nichts getan habe – doch die Einwände bleiben ungehört.

Aus Sicht der Bahn soll sich der Vorfall anders zugetragen haben: Demnach habe der Fahrgast massiven Widerstand geleistet und seine Personalien nicht angeben wollen. Nachdem er nicht aussteigen wollte, hätten die Sicherheitsleute körperlichen Zwang anwenden müssen. Auf die anteilige Zahlung der Strafe reagierte die Bahn mit Unverständnis: „Es ist unüblich, nur Teilbeträge entgegenzunehmen“, so ein Sprecher gegenüber der Huffington Post, die den Vorfall publik machte. Erste Konsequenzen zog die Bahn dennoch bereits aus dem Vorfall: Die beiden Sicherheitsleute dürfen vorerst nicht mehr auf Streife gehen. Die Bundespolizei ermittelt.

Von RND/caro


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