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Religion

Bordell gegenüber von Moschee: Zoff in Pinneberg

Gegenüber der einzigen Moschee im Pinneberger Stadtgebiet steht ein Bordell. "Wenn wir abends das Gebet verlassen, sind die Gardinen offen", beklagt sich der Gemeindevorsteher. Die Bürgermeisterin will vermitteln. Vertreter anderer Glaubensrichtungen haben Verständnis.

Pinneberg. Im Nachbarschaftskonflikt zwischen einer Moschee und einem Bordell in Pinneberg schaltet sich nun die Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) als Vermittlerin ein. "Die Bürgermeisterin hat eben mit der türkisch-islamischen Gemeinde telefoniert und für die kommende Woche ein Gespräch ausgemacht", sagte Stadtsprecher Marc Trampe am Dienstag.

Die Stadt habe "grundsätzlich Verständnis" für die Sorgen der Gemeinde. "Aber wir haben keine rechtliche Handhabe gegen das Etablissement, solange dort keine Straftaten wie Zwangsprostitution passieren. Es ist als Gewerbe angemeldet." Gemeindevorsteher Seref Ciftci hatte sich am Wochenende im "Hamburger Abendblatt" über das "Laufhaus" vis-à-vis der einzigen Moschee im Stadtgebiet beklagt: "Wir betreuen hier 170 Kinder und fürchten, dass die Eltern sie künftig zu Hause lassen."

Auf St. Pauli möge so etwas an der Tagesordnung sein. "Aber wir leben hier in einer Kleinstadt."

Am Dienstag wollte sich sich die Gemeinde nicht mehr äußern, weil sie in der Sozialen Netzwerken sofort anti-muslimischen Hasskommentaren ausgesetzt war. "Es gab nie Probleme mit der Moschee", sagte Trampe. Inzwischen äußerten auch Vertreter anderer in Pinneberg beheimateter Glaubensrichtungen Verständnis für die Yeni-Camii-Gemeinde.

Der Stadtsprecher erklärte, dass es in einer Kreisstadt mit rund 43000 Einwohnern nun mal einige Bordelle gebe. "Zum Teil sind in Mehrfamilienhäusern mehrere Wohnungen angemietet." Noch gebe es dafür keine Meldepflicht. Das werde sich erst ändern, wenn das für 2017 geplante neue Prostitutionsgesetz gilt. Dann müssten Betreiber eines Bordells bei der Stadt eine Erlaubnis beantragen. Bürgermeisterin Steinberg steht mit dem Etablissement bisher nicht in Kontakt. Das Gespräch mit der Gemeinde sei "jetzt mal der erste Schritt". dpa


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