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Der Angeklagte im Berliner Kriminalgericht Moabit.

Der Angeklagte im Berliner Kriminalgericht Moabit.© Stephanie Pilick

Prozesse

Berliner soll Leiche zerstückelt haben

Die zerstückelte Leiche des Opfers wurde erst vier Wochen nach der grausamen Tat entdeckt. Den abgetrennten Kopf fanden Polizeibeamte in einer Berliner Wohnung, gekocht in einem Topf.

Berlin. Seit Mittwoch steht der mutmaßliche Mörder vor Gericht, hat sich zu Beginn seines Prozesses aber in Schweigen gehüllt. Die Anklage wirft ihm vor, zur Befriedigung seines Sexualtriebs getötet zu haben. Um sich zu erregen, habe der Angeklagte das Opfer an ein Bett gefesselt, ihm Mund und Nase mit Paketband verklebt. Der 37 Jahre alte Bankangestellte sei bei den sadomasochistischen Praktiken erstickt.

In einer früheren Vernehmung hatte der 44-Jährige gestanden. Verteidiger Friedhelm Enners weist aber den Mordvorwurf zurück. Die Tat vom 5. Januar bewertet der Anwalt als fahrlässige Tötung. Das spätere Opfer habe offenbar den ultimativen Kick gewollt, sagte Enners am Rande des Prozesses. Es habe letztlich zugestimmt, dass es dabei sterben könne.

Knapp vier Wochen später fand die Polizei damals die geschändete Leiche in der Wohnung des Angeklagten im Stadtteil Mariendorf. Beamte entdeckten den Kopf des Opfers gekocht in einem Topf. Weitere Leichenteile waren in Koffern und Plastiksäcken verpackt.

Der Angeklagte hatte sich zunächst als Zeuge gemeldet. Bei der Polizei hatte der Arbeitslose gesagt, der Banker habe von Todesfantasien gesprochen. "Ich sollte ihn fesseln und den Mund zukleben, bis er nicht mehr atmen kann", hat er den Erinnerungen eines Ermittlers zufolge im Verhör gesagt. Das hatte der Angeklagte nach eigener Darstellung aber abgelehnt.

Ein Beamter der Vermisstenstelle sagte aus, auch Bekannte des Bankangestellten hätten dessen Todessehnsucht erwähnt. Der Mann habe sich bis aufs Blut quälen lassen, habe dessen Lebensgefährte ihm berichtet. Der hatte auch eine Vermisstenanzeige aufgegeben, nachdem der 37-Jährige am Neujahrstag verschwunden war.

Der Angeklagte und das Opfer aus dem Stadtteil Kreuzberg hatten sich auf einer Internetplattform für Homosexuelle kennengelernt. Der Bankangestellte habe in zwei Welten gelebt, so Verteidiger Enners. Er habe einen Hang zu ungewöhnlichen Sexpraktiken wie mit dem Angeklagten gehabt und sei zugleich ein treuer Partner in seiner Beziehung gewesen.

Vor seiner Festnahme am 24. Januar hatte der Angeklagte versucht, sich das Leben zu nehmen. "Was geschah, wird er nicht verarbeiten können", erklärte der Anwalt.

dpa


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