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DARF NICHT MEHR SPIELEN: Reiner Schaad hat seine Eisenbahn zwar jetzt wieder, aber spielen darf er damit nicht.© Boris Rössler

Weil er keine Genehmigung hat

Behörde nimmt Obdachlosem sein Spielzeug weg

Seine Augen wirken irgendwie leer und traurig, in seinem rot-grauen Bart versteckt er einen Zigarillo. Reiner Schad ist obdachlos - und vor wenigen Tagen hatte ihm das Ordnungsamt Frankfurt am Main auch noch sein Spielzeug weggenommen. Das hat er jetzt wieder, aber damit spielen darf er nicht mehr.

Frankfurt am Main. Reiner Schaad (45) lebt seit Jahren auf der Straße, in der Frankfurter Innenstadt hat er einen Stammplatz. Dort saß er gerne, spielte mit seiner Eisenbahn. Bis ihm das Ordnungsamt Eisenbahn und Schienen einfach weggenommen hatte. Tagelang saß "Eisenbahn-Reiner" ohne Spielzeug da, war einfach nur noch "der traurige Reiner".

Er habe keine Sondernutzungserlaubnis argumentiert das Ordnungamt. Es kann ja in einer deutschen Stadt nicht einfach einer kommen und überall Eisenbahnen aufbauen. Auch nicht in Frankfurt. Auch nicht, wenn er "Eisenbahn-Reiner" heißt. Auch nicht, wenn er wegen er wegen so einem Verbot noch so traurig ist.

Die Behörde nahm das Spielzeug von Reiner Schaad einfach mit, sperrte es weg. Spielentzug für einen erwachsenen Mann.

Zwar hat der 45-jährige seine Habseligkeiten mittlerweile vom Amt zurück erhalten. Aufstellen darf er die Sachen jedoch mangels einer behördlichen Genehmigung nach wie vor nicht: In drei blauen Säcken hebt Reiner Schaad die Bahn und die Schienen seitdem auf. Rausholen verboten, zumindest an seinem Stammplatz, in der Frankfurter Innenstadt.

Tobias Welz, Boris Rössler


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