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Umweltschützer haben die ersten mit Öl verschmierten Seevögel geborgen und säubern sie mühevoll© dpa

Unglück

BP übernimmt volle Verantwortung für Öl-Katastrophe

Der britische Ölkonzern BP hat die „volle Verantwortung“ für die Ölpest im Golf von Mexiko übernommen.

Eine BP-Sprecherin sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in New York, der Konzern werde sich um die Beseitigung des Ölteppichs kümmern und komme für „berechtigte Ansprüche“ bei Schäden auf. Die ersten Ausläufer des Ölteppichs erreichten die Küste Louisianas und bedrohen dort ein einzigartiges Ökosystem.

Vergangene Woche war die von BP betriebene Ölplattform im Golf von Mexiko gesunken, seitdem fließt unaufhörlich Öl aus. BP hatte jedoch erst am Donnerstag eingeräumt, dass täglich 800.000 Liter aus dem Bohrloch ins Meer fließen. Zudem übte Washington Druck aus:

Heimatschutzministerin Janet Napolitano betonte, dass BP die Kosten für die Rettungsaktion tragen müsse. US-Präsident Barack Obama erklärte die Ölpest zur „nationalen Katastrophe“.

Starke südöstliche Winde trieben erste Ölschlieren in das Küstengebiet um das Mississippi-Delta, wie ein Regionalpolitiker bestätigte. Hunderte Kilometer Küste mit einem einzigartigen Ökosystem aus Marschlandschaften und seltener Fauna waren unmittelbar bedroht. In Florida, Alabama und Mississippi ist die Fischerei in Gefahr, die das Hauptstandbein der örtlichen Wirtschaft ist. Laut Schätzungen der US-Ratingagentur Fitch könnte sich der Schaden auf zwei bis drei Milliarden Dollar (1,5 bis 2,2 Milliarden Euro) belaufen.

Das US-Militär bereitete sich unterdessen auf eine logistische Unterstützung vor. Nach Angaben eines Sprechers der US-Air Force wurden zwei Flugzeuge mit Chemikalien im US-Bundestaat Mississippi bereitgestellt, um die Ölpest zu bekämpfen. Außerdem wurden von der US-Navy 18 Kilometer aufblasbare Ölsperren und Geräte zum Abschöpfen des Öls in die Region geschickt.

Das Weiße Haus bemühte sich, jeglichen Vergleich mit der schleppenden Reaktion auf die Hurrikan-Katastrophe 2005 abzuwenden. „Wenn so etwas passiert, fängt sofort die politische Spekulation an“, sagte Obamas Berater David Axelrod dem Fernsehsender ABC. Die Bundesbehörden seien „von Anfang an“ an den Rettungsmaßnahmen beteiligt gewesen.

Auf der Bohrinsel hatte sich am 20. April eine Explosion ereignet, zwei Tage später versank die Plattform im Meer. Elf Arbeiter starben bei dem Unfall. BP hat zehn Untersee-Roboter im Einsatz, die bislang erfolglos versuchen, das Leck in 1500 Metern Tiefe zu schließen. Gleichzeitig bauen Ingenieure eine riesige Kuppel, um das ausströmende Öl unter der Wasseroberfläche einzufangen und von dort abzupumpen - doch deren Fertigstellung dauert mindestens zwei Wochen. afp


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