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Ebola-Patient Dr. Kent Brantly wird ins Emory University Hospital in Atlanta eingeliefert.

Ebola-Patient Dr. Kent Brantly wird ins Emory University Hospital in Atlanta eingeliefert. © Erik S. Lesser

Gesundheit

Amerikanische Ebola-Patienten sollen in USA behandelt werden

Zum ersten Mal wird in den USA ein Ebola-Patient behandelt. Der infizierte amerikanische Arzt Kent Brantly wurde mit einer Chartermaschine aus dem westafrikanischen Liberia ausgeflogen und in einem Krankenhaus in Atlanta erwartet.

Atlanta/Lagos. Der mit einer Isolationskammer ausgerüstete Jet sollte bereits kurz nach der Ankunft wieder starten und nach Liberia zurückfliegen, um eine zweite amerikanische Ebola-Patientin, Nancy Writebol, abzuholen.

Beide US-Bürger hatten sich während ihres humanitären Einsatzes in Westafrika infiziert. Sie sollen dem Sender CNN zufolge in einer Spezialabteilung des Emory University Hospital in Atlanta betreut werden. Der leitende Arzt Bruce Ribner nannte den Gesundheitszustand beider Patienten "stabil".

Er versicherte, dass alle nötigen Maßnahmen getroffen worden seien, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern. In den USA hatte sich etwa in sozialen Netzwerken die Angst geregt, Ebola in die USA einzuschleppen.

Nach WHO-Angaben sind bisher mindestens 729 Menschen in Westafrika an dem Virus gestorben. Es ist die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebolavirus in der Region. Bisher gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Therapie.

In Nigeria bestätigten sich zwei Ebola-Verdachtsfälle nach Tests nicht, wie das örtliche Zentrum für Krankheitskontrolle NCDC am Samstag mitteilte. Die beiden Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, sagte der Chef der Behörde, Abdulsalim Nasidi. Etwa 70 weitere Menschen werden Berichten zufolge ebenfalls überwacht. Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der kürzlich in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben war.

Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Nach weiteren Menschen, die in Kontakt mit ihm waren, werde gesucht, erklärte das Gesundheitsministerium.

Die nigerianische Luftaufsichtsbehörde NCAA hob das Flugverbot für die Airline ASky wieder auf. Die Gesellschaft hatte den Liberianer nach Nigeria geflogen. Sie steuere aber nun die betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht mehr an und habe die nötigen Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hieß es in einer NCAA-Mitteilung.

Bei einem Ebola-Sondergipfel in Conakry, der Hauptstadt Guineas, hatten Präsidenten der betroffenen Länder am Freitag entschieden, das gemeinsame Grenzgebiet zu isolieren und zur Quarantänezone zu erklären. "Wir, die Staatschefs, möchten der Internationalen Gemeinschaft versichern, dass sich die Epidemie nicht auf andere Länder ausbreiten wird und dass wir an den internationalen Grenzpunkten entsprechende Maßnahmen getroffen haben", hieß es am Ende des Treffens in einer Mitteilung der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft Mano-Fluss-Union, der neben Guinea, Liberia und Sierra Leone auch die Elfenbeinküste angehört.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein 100-Millionen-Dollar-Programm (75 Millionen Euro) für den Kampf gegen Ebola angekündigt. Bei dem Treffen in Conakry hatte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gewarnt, dass die Seuche katastrophale Ausmaße annehmen könnte, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht werde. Das Virus breite sich schneller aus, als die Helfer in der Lage seien, es einzudämmen.

dpa


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