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Muss noch im Krankenhaus bleiben: Ruben aus Tilburg© ap

Unglück

Absturz-Überlebender Ruben: Er kann sich nicht erinnern

Der holländische Junge, der als einziger den Flugzeugabsturz in Tripolis überlebte, kann sich nicht an die Katastrophe erinnern.

Bislang habe dem neunjährigen Ruben aus Tilburg auch noch niemand gesagt, dass seine Eltern und sein elfjähriger Bruder bei dem Absturz am Mittwoch umgekommen sind, berichtete die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ am Freitag. Das Kind wird derzeit in einem Krankenhaus in Tripolis behandelt. Er hat nach Angaben libyscher Ärzte bei dem Absturz mehrere komplizierte Beinbrüche erlitten sowie eine Gehirnerschütterung und Verletzungen am Rücken. Sein Zustand sei aber stabil.

Aus gesundheitlichen Gründen könne Ruben bislang nicht in seine Heimat zurückkehren, erklärten die Ärzte und ein Vertreter des niederländischen Außenministeriums in der Nacht zum Freitag in Tripolis. Er muss derweil einen Strom von Besuchern in seinem Krankenzimmer im Al-Chadra-Krankenhaus ertragen. Neben Fotografen und Kameraleuten kam auch Seif al-Islam al-Gaddafi, der politisch ambitionierte Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, um nach dem verletzten Jungen zu schauen.

Die Zeitung „Libya al-Yom“ meldete unterdessen, der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber der Unglücksmaschine seien französischen Experten zur Auswertung übergeben worden. Der Airbus A330-200 war am Mittwochmorgen mit 104 Menschen an Bord beim Landeanflug auf die libysche Hauptstadt über einem leeren Gebiet abgestürzt und zerborsten. Weshalb der Pilot der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways die Landebahn verfehlte, ist noch unklar. Berichte, wonach er den Tower in Tripolis kurz vor der Landung über einen technischen Defekt informiert haben soll, wurden von den libyschen Behörden bislang nicht bestätigt.

Die Angaben der Fluggesellschaft und der niederländischen Behörden zur Anzahl der holländischen Opfer gehen noch auseinander. In den Niederlanden hieß es, 70 Holländer seien ums Leben gekommen. Afriqiyah Airways sprach von 66 holländischen Opfern sowie jeweils 13 Südafrikanern und Libyern, vier Belgiern, zwei Österreichern sowie je einem Passagier aus Deutschland, Simbabwe, Frankreich und Großbritannien.

Niederländische Reporter der Zeitung konnten mit Ruben, der in einem Krankenhaus in Tripolis behandelt wird, ein kurzes Telefongespräch führen. „Ich weiß nicht, wie ich hierher gekommen bin, ich kann mich nicht erinnern“, sagte Ruben nach Angaben der Zeitung. „Ich will einfach nach Hause.“ In dem Gespräch klagte der Junge über Schmerzen in den Beinen.

Eine Tante und ein Onkel sind inzwischen bei dem Jungen, der in niederländischen Medien „Das Wunderkind von Tripolis“ genannt wird. Libyen habe außerdem ein Flugzeug mit medizinischer Spezialausrüstung zugesagt. Derweil bereiten Mitschüler von Ruben sowie Ärzte und Behörden in Tilburg alles für seine Rückkehr vor. dpa


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