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Bei Beginn der Katastrophe am Donnerstag waren 110 Mann unter Tage gewesen, von denen 80 lebend ans Tageslicht gebracht werden konnten.

Bei Beginn der Katastrophe am Donnerstag waren 110 Mann unter Tage gewesen, von denen 80 lebend ans Tageslicht gebracht werden konnten. © Russian Emergency Ministry Press

Unfälle

36 Bergleute sterben bei Grubenunglück in Russland

Nach einer Grubengasexplosion in Nordrussland werden 26 Bergleute vermisst. Über Tage bangen Retter und Angehörige. Dann macht ein weiteres Schlagwetter die letzte Hoffnung zunichte.

Workuta. Beim schwersten Unglück im russischen Bergbau seit Jahren sind 36 Menschen getötet worden. Es gebe keine Hoffnung mehr, 26 vermisste Bergleute in der nordrussischen Kohlegrube Sewernaja bei Workuta noch lebend zu finden, sagte Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch.

"Das ist eine furchtbare Katastrophe für Russland, für unsere Kohleindustrie." Am frühen Morgen explodierte erneut Gas in der Unglücksgrube, dabei wurden sechs Rettungskräfte getötet. Durch erste Explosionen und einen Teileinsturz der Grube am Donnerstag waren vier Bergleute getötet und mehrere verletzt worden. Der Unglücksort liegt etwa 2000 Kilometer östlich von Moskau.

Auch der russische Zivilschutzminister Wladimir Putschkow ging vom Tod der 26 Vermissten aus. "Die Bedingungen in dem betroffenen Teil der Grube lassen kein Überleben zu", sagte er nach Angaben russischer Agenturen. Die Explosion habe sich genau an der Stelle ereignet, an der die Vermissten vermutet wurden.

Der fortdauernde Brand in 780 Metern Tiefe solle durch das Verpressen von Stickstoff gelöscht werden, sagte der technische Direktor des Grubenbetreibers Workutaugol, Denis Paikin. Die Alternative wäre nach seinen Angaben gewesen, die Schachtanlage teilweise zu fluten.

Bei Beginn der Katastrophe am Donnerstag waren 110 Mann unter Tage gewesen, von denen 80 lebend ans Tageslicht gebracht werden konnten. Die Behörden zogen Hunderte Rettungskräfte an der Grube zusammen. Auch aus den sibirischen Bergbaustädten Kemerowo und Nowokusnezk im Kusbass-Kohlerevier wurden Spezialisten eingeflogen. Sie versuchten über Tage unter Lebensgefahr, den unterirdischen Brand zu löschen.

Der Stahlindustrielle Alexej Mordaschow wies Vorwürfe zurück, Gasmessgeräte seien manipuliert gewesen. Zu seinem Firmenimperium gehört die Grube. Gewerkschafter hatten Sicherheitsmängel darin kritisiert. Der russische Bergbau gilt allgemein als gefährlich. 2007 waren bei einer Explosion in der Grube Uljanowskaja im sibirischen Kusbass 110 Bergleute getötet worden. Bei einem Unglück 2010 starben ebenfalls in Sibirien 75 Menschen.

dpa


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