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Der Erawan-Schein in Bangkok gehört zu den heiligsten Stätten Thailands und wird täglich von Tausenden besucht. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

Der Erawan-Schein in Bangkok gehört zu den heiligsten Stätten Thailands und wird täglich von Tausenden besucht. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv

Explosionen

15 Tote und 80 Verletzte bei Explosion in Bangkok

Rush Hour in Bangkok, eine riesige Explosion zerreißt die Luft. Augenzeugen berichten von großer Verwüstung. Der Sprengsatz explodiert an einer beliebten Touristenecke. Unter den Toten sind Ausländer.

Bangkok. Eine riesige Explosion hat an einer der belebtesten Kreuzungen der thailändischen Hauptstadt Bangkok mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen.

Rund 80 seien verletzt worden, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Unter den Opfern sei "eine erhebliche Zahl von Ausländern". Die Opferzahl dürfte noch steigen, sagte er. Die Polizei ging von einem Bombenanschlag aus.

"Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat", berichtete Eric Seldin, der in Bangkok arbeitet. "Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Körper gesehen." Augenzeugen berichten von großer Verwüstung.

Die Kreuzung liegt mitten im Einkaufsviertel der Millionenmetropole. An der Ecke ist der berühmte Erawan-Schrein, ein Touristenmagnet, weil dort jede Stunde mehrmals Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen auftreten. Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt. Hundertschaften der Polizei durchsuchten die Umgebung auf der Suche nach weiteren Sprengsätzen. Auf Fernsehbildern war vor dem Schrein eine Art Bombenkrater zu sehen.

Auf einer Überwachungskamera war an der belebten Kreuzung ein riesiger Feuerstoß zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon.

Über den Hintergrund konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Im Februar waren vor einem Einkaufszentrum in Bangkok zwei Sprengsätze explodiert und hatten zwei Menschen verletzt. Auf der Touristeninsel Koh Samu explodierte im April eine Autobombe. Niemand hat sich je zu den Anschlägen bekannt.

Im Mai 2014 hatte das thailändische Militär nach jahrelangen politischen Spannungen zwischen verfeindeten Lagern geputscht. Seitdem regiert Putschführer Prayuth Chan-ocha. Das Militär ging davon aus, dass die Bomben im Februar und April die vom Militär eingesetzte Regierung destabilisieren sollten.

Die beiden politischen Lager kämpfen um die Regierungsmacht. Sie haben Massendemonstrationen und Straßenblockaden in Bangkok organisiert und sich teils blutige Straßenschlachten geliefert. Dutzende Menschen sind dabei seit 2010 ums Leben gekommen.

dpa


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