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Panorama UN-Bericht: "Der Planet war noch nie so durstig"
Nachrichten Panorama UN-Bericht: "Der Planet war noch nie so durstig"
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11:13 20.03.2015
Eine junge Frau, die aus Syrien geflüchtet ist, zapft in einem Flüchtlingslager im Libanon Wasser. Quelle: Ute Grabowsky
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Neu Delhi

Schon jetzt gelte: "Der Planet war noch nie so durstig." Und der Ausbau der Bewässerung in der Landwirtschaft, die zunehmende Industrialisierung sowie der Bau neuer thermischer Kraftwerke lasse die Nachfrage weiter ansteigen.

Die Menschheit müsse lernen, weniger Wasser zu verschwenden, heißt es in dem Bericht weiter. Viele Bauern etwa benutzten ineffiziente Bewässerungsmethoden - da könne die Politik mit den richtigen Subventionen nachhelfen. Die UN-Autoren empfehlen auch, weniger Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke zu bauen, da diese sehr viel Wasser zum Kühlen brauchten. Die Unterstützung für erneuerbare Energien etwa aus Sonne und Wind müsse "dramatisch ansteigen", um den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Ein weiterer Appell der Vereinten Nationen direkt vor dem Weltwassertag lautet: Wasser darf nicht verschmutzt werden. Heute hätten 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Schuld seien etwa Pestizide und Chemikalien, die ins Grundwasser gelangen, aber auch fehlende Kläranlagen. Mehr als 80 Prozent des Abwassers auf der Welt werde nicht aufgefangen oder gesäubert.

In vielen Orten der Welt ist dem Bericht zufolge außerdem ein Problem, dass die Grundwasserreserven in zu großem Maße angezapft werden. In den nordchinesischen Ebenen sei der Grundwasserspiegel teilweise mehr als 40 Meter gefallen. "Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir diese Ressource schätzen, managen und verwenden", erklärte Unesco-Generalsekretärin Irina Bokova.

Die Umweltschutzorganisation WWF warnte, die Wasserkrise könne sich zu einer ökologischen Katastrophe entwickeln. In den vergangenen Jahren seien weltweit schon mehr als 50 Prozent der Flusssysteme, Moore und Seen verloren gegangen. "Die komfortable Wasser-Situation in Deutschland ist global betrachtet ein Ausnahmefall", so Philipp Wagnitz vom WWF Deutschland.

Der Klimawandel verschlimmere die Wasserknappheit vielerorts noch, hieß es von den Vereinten Nationen weiter. Küstenstätte wie das indische Kolkata, Dhaka in Bangladesch oder das indonesische Jakarta kämpften mit dem Eindringen von Salzwasser in ihre Grundwasserreserven. Auf kleinen Pazifikinseln wie Tuvalu oder Samoa müssten die Menschen zunehmend Flaschenwasser trinken - das könnten sich aber längst nicht alle leisten.

Ein Lösungsansatz zum Wassersparen könnte es sein, Wasser teuer zu machen. "Die derzeitigen Wasserpreise sind normalerweise viel zu niedrig, um reiche Haushalte und Industrien davon abzuhalten, überzogen viel Wasser zu verbrauchen", heißt es im Report. Das führe auch dazu, dass es für die öffentlichen Betreiber in vielen Regionen nicht rentabel sei, Leitungen zu den Armen zu legen. Diese müssten dann aus privater Hand Wasser kaufen - zu höheren Preisen als die Reichen.

dpa

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