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Donald Trump und seine Frau Melania: Der US-Präsident verteidigt seine Frau, die „großartig“ sei und „hart arbeiten“ würde.

Donald Trump und seine Frau Melania: Der US-Präsident verteidigt seine Frau, die „großartig“ sei und „hart arbeiten“ würde.
© dpa

Melania Trump

Trump kämpft für seine First Lady

Donald Trump reagiert sehr empfindlich auf Kritik – das gilt auch, wenn an seiner Frau Melania herumgemäkelt wird. Bei Twitter hat sich der US-Präsident wiederholt schützend vor seine First Lady gestellt. Auch seine Vorgänger schritten immer mal wieder ein, wenn ihre Frauen kritisiert wurden.

Washington. Als ein Zeitungskolumnist Hillary Clinton einmal eine Lügnerin nannte, hätte ihm Bill Clinton am liebsten eins auf die Nase gegeben. Ronald Reagan beschwerte sich über die Kritik an seiner Frau Nancy, George H.W. Bush verteidigte seine First Lady Barbara: In den USA gehört es seit langem zum guten Ton, dass sich ein Präsident vor seine Frau stellt. Donald Trump macht da keine Ausnahme.

Trump wehrte sich vor kurzem gegen die „Vanity Fair“, die unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtete, Melania Trump habe „unter keinen Umständen“ First Lady werden wollen und auch gar nicht damit gerechnet. Auch er selbst habe nie mit seiner Wahl zum Präsidenten gerechnet, berichtete das Magazin.

„Großartige und hart arbeitende Frau“

Der Präsident, ohnehin bekannt für schnelle Reaktionen auf Kritik, stellte sich schützend vor seine Frau - nur Stunden nachdem sie mit der Weihnachtsdekoration des Weißen Hauses eine der prestigeträchtigsten Aufgaben der First Lady erledigt hatte.

„Melania, unsere großartige und hart arbeitende First Lady, die wirklich liebt, was sie tut, war immer der Meinung: „Wenn du antrittst, wirst du gewinnen““, twitterte Trump. „Sie sagte zu jedem: „Kein Zweifel, er wird gewinnen.“ Ich hatte auch das Gefühl, dass ich gewinnen werde (sonst wäre ich nicht angetreten) - und dem Land geht es großartig!“

Es war nicht das erste Mal, dass Trump glaubte, er müsse sich für seine Frau einsetzen. In einem Fernsehinterview im Oktober beschwerte er sich über die Anfeindungen gegen Melania, als das Ex-Model in ihren typischen Stilettos ins Flutgebiet nach Texas aufbrach. Sobald erste Fotos von der Abreise der Trumps auftauchten, hagelte es in den sozialen Netzwerken scharfe Kritik an ihren Schuhen. Während des Fluges tauschte Mrs. Trump die hochhackigen Pumps gegen weiße Turnschuhe.

„Sie musste ungeheure Beschimpfungen ertragen“, klagte Trump in einem Interview mit dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, im Trinity Broadcasting Network. „Sie möchte aus Respekt vor dem Weißen Haus gut aussehen, wenn sie aus dem Haupteingang kommt. Also zieht sie sich gut an und trägt formelle Schuhe, High Heels, und verlässt das Weiße Haus Richtung Texas.“ Trump betont, seine Frau sei eine Privatperson, solche Kritik „braucht sie nicht“. „Aber sie hilft gerne Menschen. Sie sieht, wie wichtig es ist.“

Keine Erfahrung im politischen Rampenlicht

Die Geschichtsprofessorin Katherine Jellison von der Ohio University ist Expertin für First Ladies. Sie betont, im Gegensatz zu den Ehefrauen anderer Präsidenten, die bereits im politischen Rampenlicht Erfahrungen gesammelt hatten, habe Melania Trump vor ihrer Zeit im Weißen Haus lediglich Laufstege, rote Teppiche und Mutterschaft erlebt.

„Diese kritische Beobachtung, die Melania Trump als First Lady und jeder anderen First Lady widerfährt, ist eine neue Erfahrung für sie“, sagt Jellison. „Und ein weiterer Unterschied: Sie ist mit einem Mann verheiratet, der schnell auf alles reagiert, was er als Affront oder Kritik empfindet. Das schließt auch Kommentare über seine Frau mit ein.“

Auch Melania schießt zurück

Aber auch die First Lady lässt nicht alles auf sich sitzen. Vor kurzem hatte sich Trumps erste Frau Ivana auf einer Promotiontour ihrer Memoiren selbst als First Lady bezeichnet. Sie hatte betont, sie spreche etwa alle zwei Wochen mit dem Präsidenten und habe eine direkte Verbindung ins Weiße Haus. Damit wolle Ivana Trump nur „Aufmerksamkeit erregen und eigennützig Lärm machen“, teilte die Sprecherin Melania Trumps, Stephanie Grisham, darauf verächtlich mit.

Doch Präsidenten sind auch Ehepartner, und manche reagierten wie jeder andere Gatte, wenn seine Frau unfair kritisiert werde, so Jellison. Reagan beschwerte sich bei einer Pressekonferenz 1981 über die Kritik an seiner Frau, als sie neues Porzellan fürs Weiße Haus kaufte, während die Regierung gleichzeitig die Mittagsverpflegung in Schulen kürzte.

Reagan sagte damals, das Weiße Haus habe seit drei Jahrzehnten kein vollständiges Porzellangeschirr, für einen voll besetzten Tisch bei einem Staatsdinner müssten daher verschiedene Muster kombiniert werden. Nancy Reagan hatte damals für 209 000 Dollar (heute gut 176 000 Euro) ein Lenox-Service mit je 19 Teilen für 220 Leute gekauft. Reagan zufolge war es ein privates Geschenk ohne Kosten für den Steuerzahler.

Bush lobte die Uneigennützigkeit seiner Frau

George H.W. Bush verteidigte Barbara Bushs Rolle als Ehefrau und Mutter, nachdem sie 1990 vom Wellesley College als Rednerin eingeladen worden war - was Studentinnen der Frauenhochschule verärgert hatte: Die First Lady selbst hatte ihr College nämlich nach zwei Jahren verlassen, um zu heiraten.

Bei einer Pressekonferenz witzelte Präsident Bush, er habe nichts gegen den Vorwurf der Studentinnen, dass die Errungenschaften seiner Frau weitgehend aus der Ehe mit ihm abgeleitet werden könnten. „Diese jungen Frauen können viel von Barbara Bush und ihrer Uneigennützigkeit und ihrem Einsatz für die Bildung lernen, und dass sie eine gute Mutter ist und viele andere Dinge.“

Clinton hätte am liebsten zugeschlagen

Clinton reagierte 1996 heftiger, als der Kolumnist William Safire von der New York Times Hillary Clinton eine „geborene Lügnerin“ nannte. Damals war die Whitewater-Affäre mit Grundstücksgeschäften der Clintons in Arkansas bekannt geworden sowie Hillary Clintons Rolle bei Entlassungen im Reisebüro des Weißen Hauses. Mike McCurry, damals Sprecher des Weißen Hauses, betonte: Clinton hätte „der Nase von Mr. Safire eine energischere Antwort gegeben, wenn er nicht Präsident wäre“.

Von Natalie Schupp/dpa/RND


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