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Panorama Trauer um erstochene Lehrerin in Bremen
Nachrichten Panorama Trauer um erstochene Lehrerin in Bremen
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13:03 20.12.2009
Trauer: Schüler haben Kerzen für ihre Lehrerin aufgestellt Quelle: ddp
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Sie stehen in kleinen Gruppen zusammen, schweigend, mit Tränen in den Augen. „Ich kann das einfach nicht glauben“, sagt eine Schülerin aus der elften Klasse und fasst nach der Hand ihrer Freundin. Die Nachricht von dem gewaltsamen Tod ihrer Bio- und Chemielehrerin hatte sich am Vorabend wie ein Lauffeuer verbreitet.

Ein 21-jähriger, psychisch auffälliger Ex-Schüler hatte der Lehrerin am Freitag in der Nähe ihrer Wohnung in Bremen aufgelauert und sie mit mehr als 20 Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Die Frau starb noch am Tatort. Auch ein Zeuge, der helfen wollte, konnte ihren Tod nicht verhindern. Der Täter hatte seiner früheren Lehrerin seit längerer Zeit nachspioniert und war offenbar in sie verliebt. Der Polizei sagte er, mehrere tausend Fragen für die Frau vorbereitet zu haben. Er wollte sie ihr am Freitag stellen. Dazu kam es aber wegen der Gegenwehr der Frau nicht.

„Sie war immer gut drauf“, sagt eine 16-jährige Schülerin. Sie hatte bei dem Opfer Biologieunterricht. Die 35-jährige Lehrerin war ihre Tutorin. Sie sollte sie zum Abitur begleiten. Wenige Stunden vor dem Tod hat die 16-Jährige mit ihrer Lehrerin bei einer Adventsfeier noch Kekse gegessen. „Schokolade und Sekt, das sei das Beste, hat sie immer gesagt“, erzählt die Schülerin. Als sie von dem Verbrechen gehört hat, wollte sie in einer ersten Reaktion bei der 35-Jährigen anrufen. So unfassbar war und ist das Geschehene für die Jugendliche.

Im Foyer der Schule steht ein Tisch mit einer Klangschale darauf. Darum herum ist ein Herz aus Teelichtern geformt. Ein Kondolenzbuch liegt aus. Davor hat sich eine lange Schlange gebildet. Neben den Schülern haben sich auch einige Eltern und vor allem die Lehrer eingefunden. Sie sehen teilweise übernächtigt aus und möchten mit Außenstehenden nicht über ihre tote Kollegin sprechen. „Bisher haben wir noch gar nicht richtig begriffen, was passiert ist“, sagt einer. Das Begreifen komme erst jetzt so langsam.

Einige Schüler weinen. Andere umarmen sich. „Alles, was wir tun, ist richtig“, sagt der Religionslehrer des Gymnasiums den Anwesenden, „ob wir schweigen oder sprechen, hier bleiben oder gehen“. Die meisten schweigen und verharren - selbst draußen in der Kälte. Der Schock sitzt tief.

„Sie hatte Humor“, erzählt eine Schülerin, und bei der Erinnerung an ihre Lehrerin huscht ein zaghaftes Lächeln über ihr Gesicht. „Sie hat sich immer um ein freundschaftliches Verhältnis zu uns bemüht“, ergänzt eine Klassenkameradin. Obwohl sie in diesem Schuljahr keinen Unterricht bei der 35-Jährigen gehabt hätten, habe sie ihnen noch am Freitag im Vorbeigehen auf dem Flur erzählt, wie sehr sie sich auf Weihnachten freue. ddp

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