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Panorama Tödliche Wolkenbrüche in Indien
Nachrichten Panorama Tödliche Wolkenbrüche in Indien
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16:09 06.08.2010
Die Hilfe per Hubschrauber läuft erst langsam an Quelle: ap
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Mehr als 100 Tote in einer Nacht: Während die Menschen in Pakistan vor der Jahrhundertflut fliehen, haben nächtliche Wolkenbrüche im benachbarten Indien die nördliche Himalaya-Stadt Leh ins Chaos gestürzt. Nach Angaben der Behörden kosteten ungewöhnlich heftige Überflutungen und Erdrutsche in der bergigen Wüstenregion in der Nacht zu Freitag mindestens 110 Menschen das Leben. Die Flutkatastrophe in Pakistan wurde unterdessen immer schlimmer.

Nach den Wolkenbrüchen in der Touristenstadt Leh wurden Dutzende Menschen vermisst, sagte der Polizeichef des Bundesstaats Jammu und Kaschmir, Kuldeep Khoda. 375 Menschen wurden verletzt. Leh liegt auf 3500 Metern Höhe und ist die Hauptstadt der Region Ladakh, die auch bei ausländischen Urlaubern beliebt ist. Nach Angaben der Behörden sind keine Touristen unter den Opfern. Die Nachrichtenagentur IANS meldete, ausländische Urlauber säßen in Leh fest.

Die Wolkenbrüche überraschten die Menschen im Schlaf. Ein Anwohner sagte dem Nachrichtensender NDTV: „Nach dem schweren Regen herrschte die ganze Nacht über totales Chaos. Die Menschen waren panisch, weil überall Schlamm und Wasser waren.“ Straßen wurden beschädigt. Flüge von und nach Leh wurden ausgesetzt, da die Landebahn überspült wurde.

In Pakistan schwoll der Indus, wichtigster Strom des Landes und längster Fluss des indischen Subkontinents, weiter an. Rettungskräfte setzten die Evakuierung gefährdeter Gebiete fort.

In der südlichen Provinz Sindh wurden nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) eine halbe Million Menschen vor den drohenden Fluten in Sicherheit gebracht. 11 der 24 Distrikte in der Provinz drohten, überflutet zu werden. Ein UN-Sprecher sagte, von den schwersten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes seien nach bisherigen Erkenntnissen rund 4,5 Millionen Menschen betroffen. Mehr als 1600 Menschen starben.

Da die Plätze in den Auffanglagern nicht ausreichten, harrten Zehntausende Menschen entlang der Straßen oder auf Feldern unter freiem Himmel aus. Der Fernsehsender Duniya TV berichtete, am Indus- Ufer nahe der Stadt Ghotki versammelten sich Menschen zu gemeinsamen Gebeten.

In der am schwersten betroffenen nordwestlichen Provinz Khyber- Pakhtunkhwa und in der zentralpakistanischen Provinz Punjab schnitten die Wassermassen am Freitag weiterhin Hunderttausende Menschen von der Außenwelt ab. Im Süden Punjabs wurde die Stadt Jampur mit 200 000 Einwohnern überflutet. Viele Menschen flohen.

Unterdessen wächst die Kritik an der Regierung. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hält sich derzeit in Europa auf. Ein Flutopfer aus Jampur namens Allah Bux sagte: „Es gibt keine Beamten, keine Regierung, die zu unserer Rettung kommt. Unsere Häuser, unser Besitz, unsere Kinder sind in der Flut untergegangen, und unser Präsident sorgt sich nicht um uns. Wir können ihn nur verfluchen, und wir verfluchen ihn.“ Hilfsorganisationen warnten erneut vor drohenden Seuchen im Katastrophengebiet. dpa

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