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Die Polizei hat den Times Square abgeriegelt© dpa

New York

Terroralarm durch Autobombe am Times Square

Der von zehntausenden Menschen besuchte Times Square in New York ist nur knapp einer Katastrophe entgangen.

Polizisten entdeckten auf der Vergnügungsmeile im Herzen Manhattans am Samstagabend eine Autobombe, die nach einer Fehlzündung noch qualmte. „Wir sind sehr glücklich, dass Dank eines aufmerksamen New Yorkers und eines mutigen Polizisten ein tödliches Ereignis abgewendet werden konnte“, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg.

Das Auto, ein dunkler Nissan Pathfinder, stand mit getönten Scheiben auf dem bunt erleuchteten Times Square direkt vor einer Filiale der Bank of America - nicht weit von dem Ort, wo im September 2001 das World Trade Center durch einen Terroranschlag zerstört wurde.

Ein Straßenverkäufer, laut Bloomberg Vietnam-Veteran, hatte einen berittenen Polizisten auf Rauch aufmerksam gemacht, der aus einer Kiste auf dem Rücksitz des Geländewagens kam. Der Beamte roch Schießpulver und rief sofort Verstärkung.

Bloomberg war bei der eilig einberufenen Pressekonferenz direkt am Tatort noch im Abendanzug mit weinroter Fliege. „Die Experten der Polizei haben bestätigt, dass es sich wie befürchtet um einen Sprengsatz handelt“, teilte er mit.

Nach seinen Angaben wurde in dem Geländewagen eine Sprengvorrichtung mit drei Propangasflaschen und zwei Benzinkanistern mit jeweils 5 Gallonen (18,9 Liter) gefunden, zudem Feuerwerkskörper, Drähte und Batterien. „Das hätte eine Explosion und ein enormes Feuer geben können“, sagte Bloomberg. Polizei und FBI sollen jetzt die Hintergründe klären. „Wir haben keine Ahnung, wer das getan hat - und warum.“

Die Polizei riegelte den Platz weiträumig ab. Tausende Menschen kamen nicht in die Broadway-Theater oder in ihre Hotels. Acht Stunden lang war der sonst zu den belebtesten Plätzen der Welt zählende Times Square mit seinen bunten Leuchtreklamen menschenleer. Während die Touristen an den Absperrgittern Fotos der anrückenden Polizei- und Krankenwagen machten, wurde der Wagen zuerst von einem Roboter geöffnet. Dann untersuchten Experten in gepanzerten Schutzanzügen den Sprengsatz.

Kelly sagte, dass der Wagen um 18.28 Uhr von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Ein Fahrer sei auf den Bildern aber nicht erkennbar. Jetzt würden weitere Überwachungsvideos gesichtet, das sollte aber Stunden dauern. „Wenn ein Terrorist gefasst wird, dann hat er immer einen Stadtplan von New York bei sich“, sagte Bloomberg. „Das habe ich gerade heute Abend in Washington gesagt und dies hier ist eine weitere Erinnerung an die Gefahr, der wir gegenüberstehen.“

„Die Stadt ist sicher“, betonte der Bürgermeister. Dennoch rief er alle New Yorker und Touristen auf, aufmerksam zu sein und der Polizei zu helfen. „Es gilt weiterhin, was schon bisher galt: Siehst Du etwas, sage etwas!“ Auch der Polizeichef bat um Hinweise. Der Sicherheitsexperte und frühere New Yorker Polizist Thomas Ruskin rief Touristen auf, ihre Urlaubsvideos von dem Abend durchzusehen. Möglicherweise sei bei der großen Zahl der Bilder und Filme, die auf dem Times Square geschossen werden, auch der Verdächtige zu sehen.

Der Times Square an der Schnittstelle des Broadways mit der siebten Avenue in Manhattan ist das Herz des Musical- und Theaterdistrikts und damit jede Nacht das Ziel Zehntausender New Yorker und Touristen. Der Vorfall spielte sich in einer warmen Samstagnacht ab, wo besonders viele Menschen auf dem Platz erwartet werden konnten.

Jedes Jahr feiern auf dem Times Square Hunderttausende Silvester. Kurz vor dem letzten Jahreswechsel hatte die Polizei schon einmal ein verdächtiges Auto auf dem Platz gefunden. Der Verdacht stellte sich aber als unbegründet heraus. dpa


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