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Panorama Steckt die Wettmafia hinter den "Döner-Morden"?
Nachrichten Panorama Steckt die Wettmafia hinter den "Döner-Morden"?
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12:49 13.12.2009
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Von Wolfgang Schönwald

Hamburg. Bei den seit neun Jahren laufenden Ermittlungen wegen der sogenannten Döner-Morde gehe die Ermittlungsgruppe „Ceska“ im Bundeskriminalamt (BKA) dem Verdacht nach, dass die Tötung von bundesweit neun Männern im Zusammenhang mit Wettbetrügereien und verschobenen Fußballspielen stehen könnte, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Wochenende. Eine BKA-Sprecherin wollte sich unter Hinweis auf die Ermittlungen nicht zu dem Medienbericht äußern.

Zwischen 2000 und 2006 waren ohne erkennbares Motiv acht türkischstämmige Männer und ein Grieche erschossen aufgefunden worden. Als einzige konkrete Verbindung zwischen den Taten galt bislang die Waffe: Alle Opfer starben durch Schüsse aus einer Pistole der tschechischen Marke Ceska, Typ 83, Kaliber 7,65 Millimeter.

Die Polizei erfuhr dem Magazin zufolge unlängst bei einer Telefonüberwachung von einem Mord in der Türkei, für den ein mutmaßlicher 42-jähriger türkischer Wettpate als Auftraggeber genannt wurde. Zwischen diesem Verbrechen und den neun „Döner-Morden“ bestehe nach Erkenntnissen der Polizei eine Verbindung. „Der 42-Jährige spielt im Rahmen dieses Verfahrens eine Rolle“, bestätigte Thomas Koch vom Oberlandesgericht Nürnberg am Wochenende. Wegen laufender Ermittlungen könne er sich aber „zu Details nicht äußern“.

Mit der Spur ins Wettmilieu könnte sich erstmals ein Motiv für die rätselhafte Mordserie ergeben, die bundesweit mehrere Sonderkommissionen der Polizei beschäftigt. Die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft zum Wettskandal hätten ergeben, dass die Verdächtigen nicht nur Fußballspiele verschoben und bei illegalen Glücksspielen betrogen haben sollen. Säumigen Wettschuldnern sollen sie auch mit hoher Brutalität entgegengetreten sein.

Der Anwalt des 42-jährigen Türken sagte dem Magazin, sein Mandant habe mit den Tötungsdelikten nichts zu tun. Die Vorwürfe basierten auf längst entkräfteten Verleumdungen.

Die meisten Opfer der „Döner-Morde“ hatten Ermittlern zufolge als Kleingewerbetreibende Geldsorgen. „Die Wettpaten hatten eine Menge Schwarzgeld, wussten kaum wohin damit“, zitierte die „Bild am Sonntag“ einen Wettinsider aus dem Raum Osnabrück. „Da lag es nahe, Landsleuten Geld zu leihen, um die Beträge später mit horrenden Zinsen zurückzufordern.“ Angeblich habe einer der Verdächtigen sogar mit Foltermethoden geprahlt, mit denen er seine Schulden eintreibe.

Erstes Opfer der mysteriösen Morde war im September 2000 ein türkischer Blumenhändler aus dem hessischen Schlüchtern, der an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg erschossen wurde. 2001 ereignete sich der nächste Anschlag in Nürnberg. Noch im selben Jahr folgten Morde in Hamburg und München. 2004 war Rostock Tatort. Später ereigneten sich die Taten in Dortmund und Kassel.

Bei der Suche nach Ermittlungsansätzen lag den Fahndern auch die Beschreibung eines Mannes vor, der in einem Steinbruch bei Rosenheim mit einer schallgedämpften Pistole Schießübungen gemacht und dabei eine Plastiktüte verwendet hatte. Exakt auf diese Weise hatte der Täter seine Opfer getötet, um an den Tatorten keine Patronenhülsen zurückzulassen.

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