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Panorama Starkes Nachbeben sorgt für Panik in Haiti
Nachrichten Panorama Starkes Nachbeben sorgt für Panik in Haiti
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17:35 20.01.2010
Blauhelm-Soldaten halten die Massen unter Kontrolle Quelle: ap
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Tausende rannten am Mittwochmorgen schreiend ins Freie, zahlreiche zerstörte Gebäude stürzten endgültig ein. Der Erdstoß kurz nach 06.00 Uhr hatte die Stärke 6,1, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Sein Zentrum lag knapp 60 Kilometer südwestlich von Port-au-Prince in 22 Kilometern Tiefe.

„Es war, als würde man auf einem Brett balancieren, das auf einem Ball aufliegt“, sagte der US-Gefreite Steven Payne, der gerade Lebensmittel an die Opfer des verheerenden Erdbebens vor acht Tagen verteilen wollte. Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation CARE schrieb per SMS: „Wir sind sicher, aber sprangen alle aus den Betten wie Verrückte. In den Straßen herrscht Panik.“ Die Organisation World Vision berichtete: „Alle Kollegen rannten aus dem Hotel, viele in Unterhosen. Ein Sicherheitsoffizier schrie laut: ’Lauft, lauft! Alle raus hier!’ Draußen fielen sich alle erleichtert in die Arme, glücklich, dass nichts passiert war.“

Ob dem Nachbeben weitere Menschen zum Opfer fielen, war zunächst unklar. Bei dem Beben der Stärke 7,0 vom 12. Januar kamen bis zu 200.000 Menschen ums Leben, rund 250.000 wurden verletzt, 1,5 Millionen obdachlos.

Lobgesänge von 69-Jähriger nach ihrer Rettung


Wie durch ein Wunder wurde eine 69-jährige Frau am Dienstag von einem Caritas-Team aus den Trümmern der einstigen Residenz des Erzbischofs von Port-au-Prince lebend geborgen. Ena Zizi hatte dort zum Zeitpunkt des Erdbebens an einem Kirchentreffen teilgenommen. Sie war nach Aussage der Ärzte ausgetrocknet und hat eine ausgerenkte Hüfte und ein gebrochenes Bein, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

„Ich bin okay, sozusagen“, rief Zizi, als auf einer Trage weggebracht wurde. Sie habe die ganze Zeit unter den Trümmern gebetet, fügte die tiefgläubige Katholikin hinzu und stimmte Lobgesänge an. Drei weitere Frauen konnten am Dienstag aus der eingestürzten Universität und einem Geschäft gerettet werden.

Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, bislang seien rund eine Million Lebensmittelrationen an rund 200.000 Menschen verteilt worden. Insgesamt brauchen drei Millionen Überlebende dringend Unterstützung. In den kommenden vier Wochen sollen laut WFP 100 Millionen Fertigmahlzeiten ausgegeben werden.

„Wir brauchen so viel - Lebensmittel, Kleidung, wir brauchen alles“, sagte die 29-jährige Sophia Eltime. „Ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist, aber sie müssen uns bald irgendetwas geben“, rief die zweifache Mutter verzweifelt aus.

Superstars bei „Hope for Haiti“-Konzert


Unterdessen werden in aller Welt weiterhin Spenden für Haiti gesammelt. In Deutschland wurden bis Mittwoch deutlich über 30 Millionen Euro von Bürgern und Unternehmen gespendet. Allein bei einer ZDF-Gala am Dienstagabend und den Anrufen danach kamen dem Sender zufolge mehr als 20 Millionen Euro zusammen. Die Bundesregierung stockte ihre eigene Hilfe um 2,5 auf 10 Millionen Euro auf, die dem WFP zugutekommen sollen.

Zudem haben sich zahlreiche Superstars der Musikszene zur großen weltweiten Benefiz-Show „Hope for Haiti“ angekündigt. Bei dem Konzert am kommenden Freitag werden unter anderem Justin Timberlake, Coldplay, Alicia Keys, Bruce Springsteen, Wyclef Jean, Bono, The Edge und Jay-Z erwartet, wie der Musiksender MTV mitteilte. Auftritte sind geplant in New York, Los Angeles, London und Haiti selbst. apn

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