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Panorama Sorge über antibiotika-resistente Bakterien aus Indien und Pakistan
Nachrichten Panorama Sorge über antibiotika-resistente Bakterien aus Indien und Pakistan
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17:19 14.08.2010
Auch im Mikrobiologie-Labor der Universität Ziekenhuis in Antwerpen werden gefährliche Bakterien untersucht. Quelle: afp

BRÜSSEL. In Belgien starb Krankenhausangaben zufolge ein Mann, der sich in Pakistan mit dem Keim infiziert hatte, aus Australien wurden am Freitag drei Infektionsfälle gemeldet. Das indische Gesundheitsministerium warnte dagegen vor Panikmache; Indien sei auch für Medizintouristen ein sicheres Land.

Forscher der britischen Universität Cardiff hatten in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung in der Fachzeitschrift „Lancet“ über die neue Bakterie berichtet. Diese ist resistent gegen praktisch alle Arten von Antibiotika. Selbst sogenannte Carbapeneme, die eingesetzt werden, wenn sich eine Entzündung mit den herkömmlichen Antibiotika nicht eindämmen lässt, kommen nicht gegen den Keim an. Die Forscher warnten, der Keim namens NDM-1 berge große Gefahr, „zu einem weltweiten Gesundheitsproblem zu werden“. Einer der Forscher hatte den Keim erstmals vergangenes Jahr bei einem schwedischen Patienten entdeckt, der zu einer Schönheitsoperation in Indien war.

In der Universitätsklinik Brüssel starb bereits im Juni ein Mann an der Bakterie. Der in Brüssel lebende und aus Pakistan stammende Mann habe bei einem Besuch in seiner Heimat einen Autounfall erlitten und sei mit einer schweren Beinverletzung in einem Krankenhaus vor Ort behandelt worden, sagte der Mikrobiologe Denis Piérard. Er sei dann nach Belgien gebracht worden, aber trotz Verabreichung eines starken Antibiotikums verstorben.

Ein weiterer in Belgien lebender infizierter Mann konnte dagegen geheilt werden. Der Mann habe in seiner Heimat Montenegro einen Unfall erlitten, sagte Youri Glupczynski von der Universitätsklinik Löwen. Er sei in Belgien behandelt worden und habe das Krankenhaus dann verlassen können.

Ein Krankenhaus in der australischen Hauptstadt Canberra meldete drei Infektionen. Der Arzt und Infektiologe Peter Collignon sagte der Nachrichtenagentur AFP, er behandle einen der Fälle, die weiteren Patienten befänden sich im Bundesstaat Queensland und in New South Wales. Collignons Patient unterzog sich demnach kürzlich in Mumbai, dem früheren Bombay, einer Schönheitsoperation. Collignon warnte vor einer weiteren Ausbreitung der Bakterie: „Es wird wahrscheinlich noch viel mehr Infizierte geben, denn was in Krankenhäusern entdeckt wird, ist nur die Spitze des Eisbergs“.

Das indische Gesundheitsministerium reagierte verärgert auf die in „Lancet“ veröffentlichte Studie. In einer Erklärung warf das Ministerium der Studie Panikmache vor und nahm besonders Anstoß an der Bezeichnung des Keims - das „ND“ in NDM-1 steht für Neu Delhi. Zwar sei es denkbar, dass die Bakterie sich wegen der Zunahme der weltweiten Reisen verbreite, erklärte das Ministerium. Es sei aber falsch, dies mit der Sicherheit von Operationen in indischen Krankenhäusern in Verbindung zu bringen und unter Bezug auf einige „isolierte“ Fälle nahezulegen, Indien sei kein sicheres Reiseland, unter anderem für Medizintouristen.

Zahlreiche Staaten im Süden Asiens, unter ihnen besonders Indien, erleben einen wahren Boom bei Reisen in Verbindung mit medizinischen Eingriffen. Gut ausgebildete Ärzte bieten unter anderem Schönheitsoperationen, die deutlich billiger sind als vergleichbare Eingriffe in Europa oder Nordamerika. (afp)

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