Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Schneechaos in Deutschland – hunderte Unfälle
Nachrichten Panorama Schneechaos in Deutschland – hunderte Unfälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:14 28.01.2010
Tief Jennifer brachte vor allem in Bayern viel Neuschnee Quelle: dpa
Anzeige

Starke Schneefälle und stürmischer Wind haben am Donnerstag den Verkehr auf Straßen, Schienen und Flughäfen massiv behindert. Betroffen war vor allem der Osten. Besonders Lastwagen gerieten auf glatten Straßen immer wieder ins Rutschen und verursachten zahlreiche Unfälle. Mindestens vier Menschen starben dabei. Streu- und Räumfahrzeuge kamen nur schwer voran. Bei der Bahn gab es Verspätungen und in München und Frankfurt wurden etliche Flüge gestrichen.

Bei mehreren schweren Unfällen kamen in Thüringen mindestens drei Menschen ums Leben. Zahlreiche weitere wurden verletzt. An der Anschlussstelle Bad Klosterlausnitz der Autobahn A9 hatten sich fünf Lastwagen ineinander verkeilt. Die Autobahn musste dort gesperrt werden. An der Anschlussstelle Droysig waren in der Nacht drei Lastwagen und zwei Autos in einen schweren Unfall verwickelt. Auch auf der Bundesstraße 4 ereignete sich ein tödlicher Unfall. Mehrere Fahrzeuge waren beteiligt. In Höhe des Andislebener Kreuzes wurde die B4 Richtung Nordhausen gesperrt. Schneeverwehungen blockierten Landstraßen, der Räumdienst kam in kleineren Ortschaften nicht mehr nach. „Jennifer“ bringt „Brummi“-Fahrer ins Schleudern

Tief „Jennifer“ brachte auch auf Sachsens Autobahnen „Brummi“- Fahrer ins Schleudern. So wurde die A14 Richtung Magdeburg zwischen Döbeln-Ost und Döbeln-Nord von 4.00 Uhr an gesperrt, weil ein Lastwagen sich auf der Fahrbahn quergestellt hatte. Nahe der Anschlussstelle Wermsdorf in Richtung Dresden kippte ein Lastwagen um und legte sich quer über die Fahrspuren. Ganz in der Nähe verkeilten sich zwei Lkw ineinander. Bayerns Straßen vereist - Verspätungen am Münchner Flughafen

Auch Bayern versackt im Schnee: Ergiebige Schneefälle sorgten vor allem in Süd- und Ostbayern für chaotische Straßenverhältnisse. Im morgendlichen Berufsverkehr ereigneten mindestens 200 Rutschunfälle. Autos überschlugen sich, schlitterten gegen Hindernisse wie Begrenzungsmauern oder landeten im Straßengraben.

Am Münchner Flughafen mussten am Vormittag winterbedingt rund 70 Flüge annulliert werden. Auch in Frankfurt wurden etwa 80 Flüge gestrichen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen im Allgäu teilweise bis zu 30 Zentimeter Schnee. Zum Wochenende soll es am Alpenrand weiter schneien. Erwartet wird auch strenger Frost. Wintersportler können sich über ideale Pistenverhältnisse mit lockerem Pulverschnee bis in die Tallagen freuen.

Allein im Allgäu kam es zu über 50 Unfällen. Lastwagen blieben an Steigungen hängen und verursachten Staus. Auf der A6 und A7 in Franken kam es zu mehreren Sperrungen, nachdem Lastwagen auf den glatten Straßen quer standen oder umgekippt waren. Ein Transporter musste nach einem Unfall von einem Kran geborgen werden. Neuschnee bis zu 20 Zentimeter legte den Pendlerverkehr auch in und um München teilweise lahm. 200 Unfälle im Ruhrgebiet - Eisplatte kracht durch Frontscheibe

Schnee und Glätte führten in Nordrhein-Westfalen zu insgesamt 226 Unfällen. Sieben Menschen wurden schwer verletzt. Besonders Lastwagen auf den Autobahnen hatten mit den glatten Straßen zu kämpfen. Mehrere Autobahnen wurden nach Unfällen wegen Bergungsarbeiten zeitweise gesperrt.

Von einer plötzlich herabstürzenden Eisplatte wurde ein Autofahrer auf der Autobahn A7 zwischen Hannover und Hildesheim am Kopf getroffen und schwer verletzt. Die Eisplatte sei vermutlich von einem Lastwagen gefallen und habe die Frontscheibe des Wagens durchschlagen, teilte die Polizei mit.

In Hamburg riss durch die Kälte eine Oberleitung für Fernzüge der Bahn, es kam zu Streckensperrungen. Steigende Temperaturen führten in der Hansestadt zu zahlreichen Rohrbrüchen. „Das Eis hat die Leitungen überdehnt. Nun entstehen drastische Lecks“, sagte ein Feuerwehr- Sprecher. Eis stoppt Schiffsverkehr und blockierte Kanäle, Sturm und Eis schnitten die Ostsee-Insel Hiddensee von der Außenwelt ab. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt. Dickes Eis legte den Schiffsverkehr auf wichtigen Kanälen in Nordrhein-Westfalen lahm. Deutschlands längste Wasserstraße, der Mittellandkanal, blieb wegen zentimeterdicker Schichten gesperrt. Auch der Dortmund-Ems-Kanal war teilweise nicht befahrbar.

Des einen Leid, des anderen Freud: So fiel der Schulbusverkehr am Donnerstag in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts aus. Für die Schüler bedeutete das einen freien Tag im Schnee. Mit Zunge an Laterne festgefroren

Ein schmerzhaftes Experiment mit seiner Zunge machte ein Grundschüler in Dülmen bei Münster. Der kleine Junge leckte bei bitterkalten minus zehn Grad an einer Straßenlaterne und klebte innerhalb von Sekunden fest, Rettungssanitäter lösten das Kind mit einer warmen Kochsalzlösung vom Mast. dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Lüttich haben die Einsatzkräfte neun Tote geborgen.

28.01.2010

Bei der Durchsuchung eines Wohnungskellers in Mühlhausen in Thüringen hat die Polizei in einem Kühlschrank eine Babyleiche entdeckt. Unklar war zunächst, ob der männliche Säugling nach der Geburt gelebt hat oder lebensfähig war, wie die Staatsanwaltschaft Mühlhausen am Mittwoch mitteilte.

27.01.2010

In Deutschland fühlten sie sich aufgrund ihres Glaubens verfolgt - nun gewähren die USA der streng christlichen Familie Romeike politisches Asyl.

27.01.2010
Anzeige