Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Schiffsunglück in der Ostsee geht glimpflich aus
Nachrichten Panorama Schiffsunglück in der Ostsee geht glimpflich aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 09.10.2010
Der dänische Seenotrettungsdienst bekämpft den Brand auf der Fähre "Lisco Gloria". Quelle: dpa
Anzeige

CUXHAVEN. Wie das Havariekommando Cuxhaven mitteilte, konnten sämtliche Passagiere und die Besatzung gerettet werden, drei Verletzte wurden mit Hubschraubern ausgeflogen.

Bei dem Schiff handelt es sich um die 200 Meter lange Auto- und Personenfähre „Lisco Gloria“, die unter litauischer Flagge fährt, wie das Havariekommando des Bundes und der Küstenländer erklärte. Die Fähre sei von Kiel zum litauischen Klaipeda (Memel) unterwegs gewesen, als sich gegen Mitternacht auf dem Oberdeck die Explosion ereignet habe. Einen Terroranschlag als Ursache der Explosion schloss die Landespolizei in Kiel aus. Die ersten Ermittlungen deuteten auf einen technischen Auslöser, der von einem der an Bord transportierten Lkw ausgegangen sei, hin.

Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks nordwestlich der Insel Fehmarn. Die Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten den Angaben zufolge alle auf einer anderen Fähre in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben der Landespolizei von Schleswig-Holstein wurden insgesamt 249 Menschen von dem Schiff gerettet. Es gebe 28 Verletzte, davon hätten 23 in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen. Drei Menschen waren mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung sofort per Hubschrauber in Krankenhäuser ausgeflogen worden. Lebensgefahr bestehe bei keinem. Die Passagiere stammten den Angaben zufolge aus Deutschland, Dänemark, Litauen, Lettland, Argentinien und Russland.

Die übrigen Passagiere seien am Morgen per Schiff wieder in Kiel eingetroffen, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Sie würden ärztlich und psychologisch betreut. Schon am Abend sollte nach Polizeiangaben ein Großteil der Passagiere mit einer anderen Fähre in Richtung Litauen aufbrechen.

Die Aufklärung der genauen Ursache wird nach Angaben des Havariekommandos wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Es werde wie bei solchen Fällen üblich „in alle Richtungen ermittelt“.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Durch die Löscharbeiten bekam die Fähre, die sich mittlerweile in dänischen Gewässern befindet, zunächst etwas Schlagseite, wie der Sprecher des Havariekommandos sagte. Um ein Sinken zu hindern, sei dann die Taktik geändert worden. „Das Schiff wird jetzt an den Seiten mit Wasser bespritzt, um die Außenhülle abzukühlen.“ Alles Brennbare auf dem Schiff solle „gezielt ausbrennen“, sagte der Sprecher.

Gefahr für die Umwelt besteht den Angaben zufolge nicht. „Es droht keine Umweltkatastrophe“, sagte der Sprecher. „Es scheint zu gelingen, dass das Schiff nicht auseinanderbricht.“ Trotzdem stünden zwei deutsche und zwei dänische Ölbeseitigungsschiffe vor Ort bereit.

Bis das Schiff ausgebrannt und abgekühlt ist, werden nach Angaben des Havariekommandos noch voraussichtlich zwei bis drei Tage vergehen. Erst dann könne es in einen Hafen geschleppt und weiter untersucht werden, sagte der Sprecher.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, reiste nach Cuxhaven, um sich ein Bild von der Arbeit der Gesamteinsatzleitung zu machen. Er lobte die „Professionalität des Einsatzes des Havariekommandos“. „Die Experten haben mit viel Erfahrung die Situation gemeistert und leisten gute Arbeit“, erklärte er. (afp)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit künstlich erzeugten Kinderschreien haben Experten nördlich von Grefrath versucht zu klären, was dem verschwundenen elfjährigen Mirco widerfahren ist.

09.10.2010

Neuer Alarm in Ungarn: Das Örtchen Kolontar wurde evakuiert, weil neue Risse im Damm des Giftschlamm-Beckens einer Aluminiumhütte aufgetaucht sind. Droht ein Dammbruch und damit eine neue Giftlawine?

09.10.2010

Nach mehr als zwei Monaten ist endlich ein Fluchtweg für die verschütteten Kumpel in Chile frei. Ein Bohrer erreichte am Sonnabend die in der Tiefe wartenden Männer. Die Bohrmannschaft wurde mit einer kleinen, aber lautstarken Siegesparade verabschiedet.

09.10.2010
Anzeige