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Panorama Schäden und Verletze nach Unwettern – Hochsommer kehrt zurück
Nachrichten Panorama Schäden und Verletze nach Unwettern – Hochsommer kehrt zurück
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16:55 04.07.2010
Land unter in Wachtberg bei Bonn: Dort standen Teile der Innenstadt unter Wasser Quelle: dpa


Berlin (dpa) - Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, blockierte Straßen und Bahngleise: Nach der großen Hitze haben Unwetter im Südwesten und in Nordrhein-Westfalen in der Nacht zum Sonntag erhebliche Schäden angerichtet. Mehrere Menschen wurden verletzt, Blitze schlugen in Häuser ein und setzten Dachstühle in Brand. Auch so manche WM-Party endete trotz des Traumergebnisses für die deutsche Mannschaft mit einer kalten Dusche. Zwar erwarten die Meteorologen auch für Montag noch weitere Schauer und Gewitter. Danach gibt es aber wieder Sommer pur mit Temperaturen bis 30 Grad und mehr.

In Remagen in Rheinland-Pfalz erlitt ein 48-jähriger Feuerwehrmann in einem vollgelaufenen Keller einen lebensgefährlichen Stromschlag, zwei Kameraden mussten nach einem anderen Einsatz ambulant versorgt werden. Im Kreis Mainz-Bingen verletzten umherfliegende Sonnenschirme zwei Menschen. In Bielefeld traf ein herabstürzender Ast einen 53- jährigen Radler und verletzte ihn schwer. Ein Fußgänger wurde leicht verletzt.

Hunderte von Feuerwehrleuten waren nach wolkenbruchartigen Regenfällen im Dauereinsatz. In Schwieberdingen bei Ludwigsburg stand das Wasser einem Polizeisprecher zufolge über einen Meter hoch. In Leonberg nahe Böblingen standen nahezu 100 Keller unter Wasser. Im Großraum Stuttgart wurden Straßen überflutet, beim Autobauer Porsche stand das Wasser in einem Gebäude, die Produktion war aber nicht betroffen. Am Autobahnkreuz Leonberg in Baden-Württemberg erlag zeitweise der Verkehr. Auf der Überleitung von der A8 auf die A81 war die Fahrbahn mit Schlamm bedeckt.

In Rheinland-Pfalz stürzten Bäume auf geparkte Autos, Dächer wurden abgedeckt. Von einem Stromausfall waren in Westerburg im Westerwald rund 1500 Haushalte betroffen - ausgerechnet während der WM-Übertragung blieb der Bildschirm etwa zwei Stunden lang schwarz. Ein umgestürzter Baum hatte die Hochspannungsleitung beschädigt. Im Rheintal wurde die Bundesstraße 9 bei Bacharach von Geröllmassen blockiert, umgestürzte Bäume stoppten den Verkehr auf der Bahnstrecke zwischen Remagen und Bonn.

Auch der Kölner Dom wurde zweimal vom Blitz getroffen, ein Feuer brach aber entgegen ersten Befürchtungen nicht aus. Die Feuerwehr in Essen meldete allein rund 240 Einsätze wegen vollgelaufener Keller. Die Autobahn A40 stand auf einer Strecke von 150 Metern gut einen Meter unter Wasser. Stundenlang war die Fahrbahn gesperrt. Nach einem heftigen Gewitter mussten die Stadtwerke Bonn am Abend 200 Haushalten den Strom abschalten. Ein Bach war dort über die Ufer getreten und in viele Keller geströmt, wo sich Anschlusskästen befanden.

Zuvor hatte die sengende Hitze vielerorts verdorrtes Gras in Flammen aufgehen lassen. Allein von Samstag bis Sonntagmittag musste die Berliner Feuerwehr rund 100 Mal zum Löschen von Wiesen und Grünstreifen ausrücken. Feuerwehren aus Niedersachsen und Schleswig- Holstein löschten einen Flächenbrand auf der Elbinsel Hanskalbsand.

Die höchsten Temperaturen registrierte der Deutsche Wetterdienst am Samstag im Raum Osnabrück mit rund 37 Grad. „Am Montag bleibt der Südosten Deutschlands labil und feucht. Dort können sich immer wieder Schauer und Gewitter bilden“, sagte Meteorologe Martin Jonas. Insgesamt bleibe es in der neuen Woche aber in ganz Deutschland sommerlich, ab Donnerstag seien wieder 30 Grad und mehr drin.

Auch anderswo in Europa machte das Wetter den Menschen zu schaffen. In der Schweiz wurden nach einem heftigen Gewitter am Samstagabend die Bernina-Passstraße und die Gleise der Rhätischen Bahn verschüttet. Der Bahnbetrieb zwischen dem Engadin und dem Puschlav ist bis auf weiteres unterbrochen. Im Süden der Niederlande bekämpften Feuerwehrleute weiterhin einen Heidebrand bei Helmond. Nach Medienberichten machten Brandnester das Ersticken des Feuers schwierig, vergeblich hatte die Feuerwehr auf Regen gehofft. Für die Überschwemmungsgebiete in Ost-Rumänien, in denen in den vergangenen elf Tagen 23 Menschen ums Leben gekommen waren, boten vier EU-Staaten ihre Hilfe an. dpa

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