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Panorama Sauerland stellt sich Abwahlverfahren – kein Rücktritt
Nachrichten Panorama Sauerland stellt sich Abwahlverfahren – kein Rücktritt
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16:51 03.08.2010
Duisburg: Am Rande der Trauerfeier für die Loveparade-Opfer wurden Unterschriften für die Abwahl Sauerlands gesammelt. Quelle: dpa
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Duisburg. Nach der Loveparade-Katastrophe ist der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) bereit, sich abwählen zu lassen. Er weigerte sich aber weiter, sein Amt sofort niederzulegen. Bei der Loveparade in Duisburg waren bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt. Fünf liegen noch im Krankenhaus.

In einer Erklärung des Oberbürgermeisters mehr als eine Woche nach der Tragödie hieß es am Montag: „Selbstverständlich werde ich mich - wie bereits von mir angekündigt - einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen.“

Zahlreiche Politiker und Bürger hatten in den vergangenen Tagen den sofortigen Rücktritt Sauerlands verlangt. Der Politiker will vor weiteren Entscheidungen zunächst an der Aufklärung des Geschehens mitarbeiten. Die Linke im Duisburger Rat hat bereits einen Abwahlantrag gestellt.

„Für mich steht fest: Ich werde mich meiner Verantwortung uneingeschränkt stellen - der persönlichen wie der politischen. Beides hängt allerdings zusammen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich erst Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung haben muss, bevor ich die politische Verantwortung dafür übernehme“, teilte Sauerland in der schriftlichen Erklärung weiter mit.

Der Oberbürgermeister regt zur Aufklärung einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss an. „Ich persönlich wünsche mir zusätzlich nach der Innenausschusssitzung am Mittwoch die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtags NRW. Dieses schärfste parlamentarische Instrument zur Aufklärung von Abläufen und Verantwortlichkeiten sollte unverzüglich seine öffentliche Arbeit aufnehmen.“

In Duisburg habe er bereits verwaltungsintern eine Untersuchungsgruppe eingesetzt, die den gesamten Sachverhalt im Verantwortungsbereich der Stadt aufkläre, sagte Sauerland. Ein erster schriftlicher Zwischenbericht werde dem Innenausschuss des Landtags zur Sondersitzung diesen Mittwoch zur Verfügung gestellt.

Vor allem die Angehörigen der Opfer und Verletzten bat er um Entschuldigung. „Die Loveparade habe vielen Menschen unermesslichen Schmerz zugefügt. Am Entsetzlichsten leiden die Familien und Freunde der Opfer. Sie haben einen unwiederbringlichen Verlust erlitten. Ihr Schmerz ist grenzenlos. Ich trauere mit ihnen. Auch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und ihm selbst habe das Geschehen einen tiefen Schock versetzt. „Wenn ich deswegen in den letzten Tagen Fehler gemacht habe, bitte ich mir das zu verzeihen. Dieses Unglück wird auch mich mein Leben lang nicht mehr loslassen.“

Sauerland wird vorgeworfen, die Veranstaltung gegen den Widerstand von Fachbeamten durchgesetzt zu haben, weil er den Imageerfolg für seine Stadt wollte. Es gibt aber auch Vorwürfe gegen den Loveparade- Veranstalter und gegen die Polizei. dpa

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