Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Prozess um Mord an Müllsortiererin
Nachrichten Panorama Prozess um Mord an Müllsortiererin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:18 07.09.2010

Berlin. Der schmächtige, blasse Mann redete nicht selbst über die schockierende Tat. Vielmehr verlas sein Anwalt gleich zum Auftakt des Mordprozesses am Dienstag vor dem Berliner Landgericht das pauschale Geständnis. „Es ist richtig, er hat sie misshandelt, sexuell missbraucht und getötet“, erklärte Verteidiger Jan Stübing. Dem 24 Jahre alten Angeklagten wird ein Sexualmord vorgeworfen - er soll auf einem Recyclinghof in Berlin-Mahlsdorf eine Arbeitskollegin vergewaltigt und erstochen haben.

Laut Anklage hatte der 24-Jährige die Kollegin am Abend des 7. Januar im Damenumkleideraum geschlagen, gefesselt, stranguliert, missbraucht und dann getötet. Die Leiche der jungen Frau soll er in einem Container auf dem Alba-Recyclinghof versteckt haben. Drei Tage später wurde sie bei eisiger Kälte gefunden. Für die Obduktion musste die Leiche der 26-Jährigen erst aufgetaut werden.

Um den Mord an der Brandenburgerin aus Lanz in der Prignitz zu vertuschen und unerkannt zu entkommen, habe der Angeklagte die 26- Jährige mit zwei Messerstichen in den Rücken getötet, wirft die Anklage vor. Die Frau verblutete.

Mit Gutachter Alexander Böhle, der als Zeuge im Prozess gehört wurde, hatte der 24-Jährige aus Berlin-Hellersdorf nach seiner Festnahme stundenlang über das Verbrechen gesprochen. „Es muss einen Kick machen, jemanden echt zu töten“, berichtete der Gutachter über Gespräche mit dem Angeklagten. Dieser habe am Abend vor seiner Nachtschicht ein Computerspiel gespielt, bei dem es um ein Gemetzel ging. Der Angeklagte sei sich beim Töten wie im Spiel vorgekommen, er habe von einem „geilen Gefühl“ gesprochen. Zuvor hatte er sich in den Finger geschnitten und „sei auf Hundertachtzig gewesen“.

„Wenn ich sie töte, komme ich davon“, wiederholte der Gutachter die Gedanken des Angeklagten. Er habe sich überlegen gefühlt. „Die Frau guckte angstvoll und traurig, sie wusste, was passiert“, hatte der Täter gebeichtet. Er hatte sie auf den Bauch gelegt und zugestochen, weil es ihm unangenehm gewesen sei, wenn sie ihm beim Töten zusieht. Der Gutachter sagte, der Tod der Frau habe den Angeklagten nicht sehr bewegt, weil er sie eigenen Angaben nach kaum gekannt habe. Es hätte jeden erwischen können, habe der Angeklagte gesagt.

Der Anwalt der Hinterbliebenen nannte den Angeklagten „roh und gefühlskalt“. Nebenklagevertreter Roland Garbe glaubt nicht an einen Zufall. Der Täter sei gezielt in die Umkleidekabine gegangen, weil er eine Frau suchte. Man habe bei ihm zu Hause Damenwäsche gefunden, so Garbe. Die Polizei hatte in seiner vermüllten Wohnung im Erdgeschoss des mit Mutter und Bruder bewohnten Einfamilienhauses rund 300 überwiegend getragene Slips, Büstenhalter und Strumpfhosen sichergestellt, verlas das Gericht. dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 1000 Polizisten haben am Dienstag am Niederrhein die Suche nach dem zehnjährigen Mirko fortgesetzt. Die Fahnder glauben an ein Verbrechen - Mirko ist seit vier Tagen verschwunden.

07.09.2010

Ein in Nordfrankreich lebender Brite hat offenbar im Streit seine Frau getötet, die Leiche verbrannt und die Asche anschließend einzementiert.

07.09.2010

Bei Erdrutschen infolge schwerer Regenfälle sind in Guatemala am Wochenende mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 16 weitere Menschen würden vermisst, teilten die Behörden mit.

06.09.2010