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Panorama Projekt „Die Astronautin“: Sechs Frauen greifen nach den Sternen
Nachrichten Panorama Projekt „Die Astronautin“: Sechs Frauen greifen nach den Sternen
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18:48 01.03.2017
Das sind die sechs Finalistinnen.  Quelle: dpa
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Bremen.

 Claudia Kessler wollte es wissen – Wer wird Deutschlands erste Astronautin? Und 490 Frauen antworteten: ich! Rund ein Jahr, etliche Tests und Medienauftritte später, stellte Kessler, die Initiatorin des Projekts „Die Astronautin“ ihre sechs Spitzenkandidatinnen am Mittwoch in Bremen vor. Eine von Ihnen soll voraussichtlich ab 2020 für rund zehn Tage zur Internationalen Raumstation ISS fliegen.

Ob das klappt, ist aber noch unklar, denn die privat organisierte und finanzierte Initiative sucht derzeit Sponsoren, um die Kosten für den Weltraumausflug und die Astronautenausbildung - nach ihrer jüngsten Schätzung rund 50 Millionen Euro - zu decken. Bisher ist nur ein Bruchteil der Summe zusammengekommen. Zunächst war die Initiative von mehr als 30 Millionen Euro Kosten ausgegangen.

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Deutschland sucht die erste Astronautin.

Die Präsentation am Mittwoch gleicht wohl auch deshalb einem Werbeevent. Mit dramatisch unterlegter Musik, die Sci-Fi Erinnerungen wach werden lässt, startet die Eröffnung in einer ganz im Weltraumstil gehaltenen Werkshalle von Airbus Defence&Space. Sogar ein begehbares Modell der ISS hängt über den Köpfen der mehreren Hundert Gäste. Mit Klimperdose und Crowdfunding Kampagne versuchen die Veranstalter Sponsoren zu gewinnen; Wirtschafts-, Politik- und Medienvertreter waren in Vielzahl geladen. 

„Das ist hier keine Mickeymaus-Veranstaltung“, sagt Matthias Hill, Gründungsmitglied der Initiative gleich zu Beginn und spielt auf die wenig ernsthafte Medienberichterstattung zum Anfang der Initiative an. „Aus meiner Spinneridee ist ein erwachsenes Projekt geworden“, erklärt auch Initiatorin Kessler und schmunzelt. Ihre Initiative, eine Herzensangelegenheit, startete sie vor einem Jahr, um ein Vorbild für junge Mädchen zu schaffen. 

Ihre Finalistinnen können sich jedenfalls sehen lassen: Eine Kampfpilotin ist darunter, eine Astrophysikerin und eine promovierte Raumfahrttechnikerin. Zum Anlass sind alle sechs in orange-schwarze Overalls und silberne Rollkragenshirts gekleidet. In Ehrgeiz, Wissenseifer und Bildung stehen sich die Spitzenkandidatinnen dem Anschein nach in nichts nach.

Schon aus der engen Auswahl von knapp 80 Frauen die sechs Finalistinnen auszuwählen, sei schwierig gewesen, sagt Claudia Stern, Leiterin des medizinisch-psychologischen Auswahlverfahrens. Die sechs übrigen Kandidatinnen hätten die medizinischen und psychischen Tests allesamt ohne Probleme gemeistert. Die Bekanntgabe der Gewinnerin und ihrer Stellvertreterin findet am 19. April in Berlin statt.

„Meine Mitbewerberinnen sind allesamt großartige Menschen“, sagt Finalistin Susanne Peters. Die Potsdamer Luft- und Raumfahrttechnikingenieurin sieht ihren Vorteil in ihrer Vielseitigkeit: Neben Taekwondo, läuft sie Halbmarathons und reist viel.

Sportlich ausgefallene Hobbys, so der Anschein, sind ein wiederkehrendes Phänomen unter den Spitzenkandidatinnen – Karate, Kite-Surfen, Klettern, alles mit dabei. Das dass kein Zufall ist, weiß Ulrich Walter, der selbst 1993 die Erde in einer Rakete verließ. „Tagtäglich fensterlos in einer Tonne; das Astronautenleben und -training ist extrem körperlich und psychisch anstrengend“.

Finalistin Nicola Baumann, Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr, freut sich auf die Herausforderung: „Die 70 000 PS des Kampfjets sind mir mittlerweile ein bisschen wenig Schub“, sagt die Münchnerin. „Da käme eine Rakete gerade passend“.

Selbst wenn „Die Astronautin“ an der Finanzierung scheitert, so ist es doch ein großartiger Denkanstoß, meint Magdalena Pree, die mit 28 Jahren die jüngste der Finalistinnen ist. Claudia Kessler aber bleibt zuversichtlich: „Ich bin so was von überzeugt, dass das klappt“, sagte sie strahlend. „Die Zeit ist reif für Deutschlands erste Astronautin.“

Von Antonia Schaefer

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