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Panorama Private Themse-Brücke wird versteigert
Nachrichten Panorama Private Themse-Brücke wird versteigert
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14:50 30.11.2009
An der "Swinford Bridge" klingeln täglich die Kassen. Quelle: AFP
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Eynsham. Jetzt soll die private Themse-Brücke versteigert werden und sorgt damit gleich doppelt für Wirbel: Während sie weltweit das Interesse von potenziellen Käufern weckt, wollen Pendler und Anwohner endlich mit einem Relikt aus längst vergangenen Tagen aufräumen und keine Maut mehr an private „Wegelagerer“ dafür bezahlen, dass sie den Fluss überqueren wollen.

„Maut“ steht in dicken Buchstaben auf dem kleinen weißen Schild, das vor der „Swinford Bridge“, einer Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert unweit von Oxford, angebracht ist. Für ein Auto kostet die Überfahrt fünf Pence (5,5 Eurocent), für einen Bus zwölf Pence; Lastwagenfahrer müssen zehn Pence pro Achse zahlen. Das sind nicht gerade Riesensummen - aber die Brücke ist eine beliebte Abkürzung auf dem Weg in die Universitätstadt, und der Angestellte im Maut-Häuschen auf der Mitte der Brücke hat an Werktagen alle Hände voll zu tun.

Am Donnerstag nun soll „Swinford Bridge“ bei einer Auktion in London versteigert werden. Das Auktionshaus Allsop preist das Objekt als „einmalige Chance“ für Investoren auf garantierte und zudem noch steuerfreie Einnahmen - laut den Berechnungen von Allsop lagen sie in den vergangenen Jahren umgerechnet zwischen 105.000 und 125.000 Euro pro Jahr. Seinerseits schätzt das Auktionshaus den Mindesterlös für die Brücke auf eine Million Pfund (1,1 Millionen Euro). Mitarbeiter Neil Mackilligin spricht von einem „enormen Interesse“: Neben Briten hätten sich auch Interessenten aus anderen europäischen Ländern, aus den USA, aus Jamaika und aus Australien gemeldet.

Die Brücke gehört zu jenen britischen Traditionen, die den antiquierten Charme des Königreichs ausmachen. 1767 hatte der Graf von Abingdon die Erlaubnis erhalten, in der Region nordwestlich von London auf eigene Kosten eine Brücke über die Themse zu bauen - im Gegenzug erhielt er das Recht, für das Überqueren der Brücke eine Mautgebühr zu erheben, Steuern auf die Einnahmen musste er nicht zahlen. Die Abmachung wurde per Gesetz festgehalten, das bis heute gilt.

Für Jane Tomlinson ist das ein Skandal. „Das ist Wegelagerei“, sagt die Künstlerin, die an der Spitze einer Kampagne gegen die Mautgebühr steht. Seit 13 Jahre fährt sie an den Werktagen nach Oxford und wieder zurück - früher im Auto oder mit dem Bus, inzwischen per Motorroller, um den ständigen Staus auf der kleinen Landstraße und vor der Brücke zu entkommen. Die Versteigerung sei eine Chance, den Privatbetrieb der Brücke endlich abzuschaffen. „Wir werden als Geiseln genommen“ sagt Tomlinson. „Das ganze Geld ist komplett von Steuern befreit. Ich aber muss Steuern zahlen.“ Für ihre Initiative habe sie bereits mehr als 800 Unterschriften gesammelt.

Der Vertreter der Besitzerfamilie, Michael Hawley, versucht die Gemüter zu beruhigen. Nur ein Bruchteil des Erlöses landet in der Schatulle der Besitzer, erklärt er. Nach seinen Angaben stimmten die Behörden 1994 einer Erhöhung der Gebühr von zwei auf fünf Pence nur unter der Bedingung zu, dass die Mehreinnahmen in einen Fonds zur Restaurierung der in die Jahre gekommenen Brücke fließen. Vorgesehen sind demnach noch bis 2019 Reparaturen in Höhe von 740. 000 Euro. Die Maut sei also gerechtfertigt, sagte Hawley. Denn ohne sie müssten andere für die Reparaturen an der Brücke aufkommen - die Steuerzahler.

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