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Panorama Prinzessin Caroline kämpft vor Gericht für ihren Mann
Nachrichten Panorama Prinzessin Caroline kämpft vor Gericht für ihren Mann
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14:51 12.01.2010
Prinzessin Caroline von Monaco erscheint als Zeugin vor Gericht Quelle: ap

Hildesheim. In dem Verfahren geht es um eine zehn Jahre zurückliegende angebliche Attacke von Ernst August Prinz von Hannover (55) auf einen Discobesitzer in Kenia. „Wir gehen davon aus, dass die Prinzessin als Zeugin erscheint. Es ist nicht zu erwarten, dass ihr Mann sie begleitet, zumindest ist das nicht angekündigt“, sagte Gerichtssprecher Bernd Pingel am Dienstag.

Zuvor war mehrere Tage lang spekuliert worden, ob die Prinzessin tatsächlich für ihren Mann aussagen wird, nachdem deutsche und französische Zeitungen Fotos von Ernst August bei einem Badeurlaub in Thailand veröffentlicht hatten. Der Adlige hatte jahrelang alles in Bewegung gesetzt, um die Wiederaufnahme des alten Strafverfahrens zu erreichen. Im Zuge dieser Bemühungen um eine Neuauflage des Verfahrens sagte Caroline bereits einmal in Hildesheim für ihren Mann aus - vor gut anderthalb Jahren, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sie wurde als Augenzeugin des Vorfalls mehr als vier Stunden lang vernommen und überzeugte die Richter damals offenbar so sehr, dass diese einer Wiederaufnahme des Verfahrens zustimmten.

„Die Verteidigung erhofft sich von der Prinzessin eine Entlastung des Angeklagten“, sagte Gerichtssprecher Bernd Pingel. Caroline soll bezeugen, dass ihr Mann dem Discobesitzer Josef Brunlehner am Abend des 14. Januar 2000 am Traumstrand der kenianischen Ferieninsel Lamu nur zwei Ohrfeigen verpasste und nicht mehr. Strittig ist, wie schwer der Angriff des Prinzen wirklich war. Die Verteidigung ist überzeugt, dass das Opfer seine Verletzungen teilweise nur simulierte.

Das Landgericht Hannover verurteilte Ernst August 2004 wegen der Attacke wegen schwerer Körperverletzung zu 445 000 Euro Strafe. Anschließend zerstritt sich der Prinz wegen des Falles aber mit seinem damaligen Anwalt. Dieser hatte in einer Erklärung behauptet, dass Ernst August vor der Tat in Kenia erheblich getrunken habe und auch nicht ausschließen könne, dass er mit einem Gegenstand zugeschlagen habe.

Diese Erklärung hatte der Ex-Anwalt allerdings nicht mit dem Prinzen abgesprochen. Beim neuerlichen Prozessauftakt im Juni 2009 sagte Ernst August dazu: „In meinem Freundes- und Bekanntenkreis schlugen die Informationen über mein angebliches Geständnis hohe Wellen. Die meisten, die zu mir gehalten und mir geglaubt hatten, mussten wie vor den Kopf gestoßen sein.“ Insofern ist es für den Adligen also vor allem eine Frage der Ehre, um für seine Version des Vorfalls zu kämpfen.

Das Gericht in Hildesheim sieht sich für den Medien-Ansturm zur Aussage von Caroline am Mittwoch gut gerüstet. „Der monegassische Botschafter hat sich über unser Sicherheitsangebot höchst zufrieden gezeigt“, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Schlüter. Für ihr Erscheinen hatte die Paparazzi-geplagte Prinzessin Bedingungen gestellt: So will sie ausreichenden Abstand zur Öffentlichkeit und wünscht einen Sicherheitsabstand von mindestens drei Metern innerhalb des Gerichtsgebäudes. Wäre Caroline nicht von sich aus zu einer öffentlichen Aussage bereit gewesen, hätten die Richter keinerlei Handhabe gehabt, sie dazu zu zwingen. In welcher Sprache die Prinzessin vernommen wird, ist offen. „Sie spricht Deutsch, aber es steht auch ein Dolmetscher für Französisch und Englisch bereit“, hieß es.

Die Polizei in Hildesheim zeigt sich unterdessen angesichts all des Rummels gelassen. „Wir sind erfahren genug in diesen Dingen. Es ist nicht zu erwarten, dass auf Caroline ein Anschlag verübt wird“, sagt Polizeisprecher Claus Kubik. Das schlimmste, auf was sich die Prinzessin gefasst machen müsse, seien neugierige Fragen der Besucher, meint der Polizist: „Natürlich wird das Volk versucht sein, nach all den Schlagzeilen die alles entscheidende Frage zu stellen: Scheidung ja oder nein, Königliche Hoheit?“ lni

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