Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Polizei vermutet „netten Nachbarn“ als Mircos Entführer
Nachrichten Panorama Polizei vermutet „netten Nachbarn“ als Mircos Entführer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:43 16.09.2010
Wo ist Mirco? Die Polizei suchte bislang vergeblich.
Anzeige

Von Frank Christiansen

Grefrath. Spezialisten der Polizei gehen davon aus, dass der Entführer des zehnjährigen Mirco aus Grefrath in der Region am Niederrhein wohnt. „Das ist der nette, unauffällige Nachbar von nebenan. Er wohnt mitten unter Ihnen. Wir glauben fest, dass er aus der Region kommt“, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Daher sei jedes auffällige Verhalten für die Ermittler immens wichtig: „Wer ist später als gewöhnlich nach Hause gekommen? Wer hat noch nachts sein Auto gesäubert? Wer ist Schleichwege gefahren?“

Sogenannte Profiler, offiziell Fallanalytiker genannt, haben den Tathergang analysiert und Rückschlüsse auf den Täter gezogen. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei am Donnerstag nicht sagen, ob sie weitere Kleidungsstücke Mircos gefunden hat. Am Mittwochabend hatte sie bekanntgegeben, dass auch Mircos graues Polohemd auf dem Parkplatz lag, auf dem bereits seine Sporthose entdeckt worden war. Die DNA-Analysen dauern an.

Inzwischen seien Dutzende Männer überprüft worden, die schon einmal einschlägig aufgefallen sind. „Ein Täter fängt in der Regel nicht mit so einer Tat an, sondern hat eine Vorgeschichte.“ Unter den Überprüften seien auch aus der Sicherungsverwahrung entlassene Sexualverbrecher, hieß es.

Am Donnerstag rückten erneut 200 Polizisten aus, um das Gebiet abzusuchen, in dem Mircos Handy vor fast zwei Wochen zuletzt geortet worden war. Die Geländesuche sollte am Donnerstag abgeschlossen werden. „Eine Hundertschaft bleibt aber abrufbereit, falls sich neue Anhaltspunkte ergeben“, sagte Theveßen.

Nach der Schilderung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ waren am Mittwochabend fast 40 weitere Hinweise eingegangen. „Auf den ersten Blick war die sogenannte heiße Spur leider noch nicht dabei“, sagte Theveßen der dpa.

Besonders hoffen die Ermittler auf eine Spur zu einem Auto, das am Tag des Verschwindens von Mirco, Freitag dem 3. September, nach 22.00 Uhr auf der Landstraße 39 zwischen Grefrath und Wachtendonk unterwegs gewesen sein soll. Der Parkplatz, auf dem Kleidungsstücke des Jungen entdeckt wurden, liegt an einer Abzweigung der Straße. „Da muss ein Pkw nach unseren Erkenntnissen auffällig gefahren sein, sprich auffällig langsam gefahren sein oder am Straßenrand angehalten haben“, sagte Theveßen.

Die Polizei will auch Hinweisen aus den Niederlanden nachgehen, wo eine ähnliche Suchmeldung für Mirco am Dienstag im Fernsehen gesendet worden war. Daraufhin hatte es etwa 30 Hinweise gegeben. Der Sprecher warnte vor zu großen Hoffnungen, dass Mirco noch lebend gefunden werden könne: „Mit jedem Tag, der verstreicht, wird die Hoffnung natürlich geringer.“ Inzwischen sind rund 800 Hinweise von Bürgern bei der 80-köpfigen Sonderkommission „Mirco“ eingegangen. Insbesondere sucht die Polizei weiter nach dem Mobiltelefon des Jungen.

Mirco war am 3. September verschwunden, zuerst wurde sein Fahrrad gefunden, dann seine Hose. Die Ermittler gehen von einer Entführung in einem Auto aus. „Der Täter hat Mirco wahrscheinlich in seine Gewalt gebracht und dann das Fahrrad ins Feld geschmissen“, sagte Kommissionsleiter Ingo Thiel. Die Ermittler hatten mögliche Szenarien am Fundort des Fahrrads nachgestellt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Eineinhalb Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten hat am Donnerstag der Prozess gegen den Vater des Täters begonnen. Der 51-Jährige wird beschuldigt, die Tatwaffe im unverschlossenen Schlafzimmerschrank aufbewahrt und damit gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben.

16.09.2010

Drama mit zwei Toten und einem Schwerverletzten in Hessen: Ein Mann erschoss erst eine Frau, verletzte dann ihren Ex- Mann und tötete anschließend sich selbst. Motiv: Eifersucht.

15.09.2010

17 Menschen sind am Mittwochmorgen beim Zusammenstoß eines Reisebusses mit einem Lastwagen auf der Autobahn 13 in Brandenburg verletzt worden.

15.09.2010

Eineinhalb Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten hat am Donnerstag der Prozess gegen den Vater des Täters begonnen. Der 51-Jährige wird beschuldigt, die Tatwaffe im unverschlossenen Schlafzimmerschrank aufbewahrt und damit gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben.

16.09.2010

Der Verpackungskünstler Christo, Ex- Bundespräsidentenkandidat Joachim Gauck und der deutsche Shootingstar Lena sind mit einer Goldenen Henne geehrt worden.

16.09.2010

Die Bahn muss die fristlose Kündigung einer langjährigen Angestellten wegen Abrechnungsbetrugs zurücknehmen. Das entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Donnerstag.

16.09.2010
Anzeige