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Panorama Polizei testet in Niedersachsen Geier zur Leichensuche
Nachrichten Panorama Polizei testet in Niedersachsen Geier zur Leichensuche
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18:41 14.07.2010
Kriminalhauptkommissar Rainer Hermann (rechts) übernimmt sichtlich erfreut die beiden Geierbabys vom Bezirkspolizeikommandanten Völkermarkts, Oberst Mag. Viktor Musil. Quelle: dpa
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Von Miriam Bandar

Wien/Hannover. Wo Geier kreisen, gibt es Tote. Das ist nicht nur im Western so, sondern möglicherweise bald auch in der Lüneburger Heide: Das Landeskriminalamt Niedersachsen will künftig Truthahngeier zur Leichensuche einsetzen. Die seltenen Vögel sollen Tote aus großer Höhe aufspüren können. Ob sie wirklich für den Polizeidienst taugen, werde nun im Vogelpark Walsrode getestet, sagte der Leiter der Koordinationsstelle Kriminaltechnik vom Landeskriminalamt Niedersachsen, Rainer Herrmann.

Hermann holte am Mittwoch mit Kollegen zwei der seltenen Aasfresser im Vogelpark St. Primus im österreichischen Kärnten ab, die künftig über Niedersachsen kreisen sollen. Bestehen sie den Test und lassen sich trainieren, könnten die Krummschnäbel Spürhunden gar den Rang ablaufen: Truthahngeier suchen große Flächen deutlich schneller ab als die Vierbeiner, meinen die Experten vom LKA. Zudem sind sie belastbarer und besonders für schwer zugängliche Gebiete geeignet. „Dafür sind sie deutlich eigensinniger als Hunde“, sagte Herrmann.

Die braunschwarzen Truthahngeier stammen aus Südafrika und können bis zu zwei Kilo schwer werden. Sie haben eine Flügelspannweite von ungefähr 1,80 Metern. Im Gegensatz zu anderen Geiern haben Truthahngeier nicht nur scharfe Augen, sondern auch einen exzellenten Geruchssinn.

Ein Tierfilm brachte einen Polizisten aus Rheinland-Pfalz nach Schilderung Herrmanns vor Jahren auf die Idee, die begabten Tiere für den Polizeidienst zu trainieren. Dem LKA in Mainz war der Vorschlag aber zu ungewöhnlich - und so setzte Herrmann das Projekt dann in Niedersachsen um.

Momentan findet bereits Geier „Sherlock“ in der Flugshow des Vogelparks Walsrode brav Leichenattrappen und tierisches Aas. Da die Vögel aber längere Strecken nur in der Gruppe fliegen, holten die Beamten nun die beiden „Lehrlinge“ aus Österreich. Wie lange die Ausbildung dauert und ob die Geier überhaupt in den Polizeidienst aufgenommen werden, ist aber noch unklar, sagte Herrmann. Inzwischen hätten schon Kollegen aus der ganzen Republik Interesse angemeldet. Auch in Österreich sei man ganz gespannt auf das Ergebnis, sagte ein Sprecher der Polizei Kärnten. dpa

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