Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Papst trifft sich mit Missbrauchsopfern / Tausende demonstrieren in London gegen Besuch
Nachrichten Panorama Papst trifft sich mit Missbrauchsopfern / Tausende demonstrieren in London gegen Besuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 18.09.2010
Papst Benedict XVI. traf sich bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien auch mit Missbrauchsopfern. Quelle: dpa

Nach Kirchen-Angaben waren bei dem Treffen in der päpstlichen Nuntiatur fünf Opfer aus Großbritannien. Die Berichte dieser Missbrauchsopfer hätten den Papst bewegt, heißt es in der Vatikan-Mitteilung. Was die Betroffenen und ihre Familien erlitten hätten, habe ihn tief betrübt und beschämt.

Bei dem etwa 30 bis 40 Minuten langen Treffen betete das Kirchenoberhaupt mit den Missbrauchopfern für einen Prozess der Heilung und Versöhnung. Benedikt versicherte ihnen, dass die katholische Kirche weiterhin dabei sei, wirksame Maßnahmen einzuführen, die junge Menschen schützen sollten. Er bekräftigte, dass die Kirche alles tue, um sexuellen Missbrauch aufzuklären und vor die Justiz zu bringen.

Bill Kilgallon, Vorsitzender einer katholischen Opferschutzorganisation, sagte der BBC über die Gruppe: „Sie waren verständlicherweise sehr emotional, wegen des bevorstehenden Treffens mit dem Papst, aber freuten sich darauf, ihm ihre Erfahrungen mitzuteilen.“ Drei der Opfer kamen aus der Region Yorkshire, eines aus London, ein weiteres aus Schottland.

Im Zuge des Missbrauchsskandals hatte Benedikt bereits Betroffene unter anderem in den USA, in Australien und auf Malta gesprochen. Diese Begegnungen wurden jeweils nicht angekündigt und fanden in einem strikt privaten Rahmen statt.

Unterdessen sind am Samstag Tausende Menschen in London zu einem Protest gegen die katholische Kirche und den Besuch des Papstes in Großbritannien auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter des Bündnisses „Protest the Pope“ fanden sich bis zu 10 000 Menschen der Demonstration ein, die vom Hyde Park zum britischen Regierungssitz Downing Street führen sollte. Mit dem Protestmarsch wolle man den Opfern von Missbrauch und Diskriminierung durch die Kirche zeigen, dass andere Menschen hinter ihnen stünden und sie nicht alleine seien, sagte ein Sprecher vor der Menge.

Während der Veranstaltung kamen sowohl Opfer des Missbrauchs in der Kirche als auch prominente Kirchenkritiker zu Wort. Auf Spruchbändern kritisierten sie die Verhütungspolitik der katholischen Kirche und deren Einstellung zur Homosexualität. In Großbritannien hatte der Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern durch Mitarbeiter der katholischen Kirche nicht so große Ausmaße angenommen wie etwa im Nachbarland Irland oder auch in Deutschland. Der Anteil der Katholiken ist im Vereinigten Königreich mit weniger als zehn Prozent vergleichsweise gering.

„Die Zeit von Päpsten ist vorbei“, sagte Terry Sanderson, Präsident der Nationalen Säkularen Gesellschaft. „Der Papst sollte seine Religion nehmen und mit ihr nach Hause gehen und uns unsere Gesellschaft so gestalten lassen, wie wir das wollen.“

Das Bündnis hatte bereits Wochen vor dem Besuch heftige Kritik an Papst Benedikt XVI. geübt und gefordert, dass die viertägige Reise nicht aus Steuergeldern finanziert werden dürfe.

Eine Gruppe von Kirchenkritikern um den Wissenschaftler Richard Dawkins hatte sogar eine Aktion gestartet, in deren Rahmen sie den Papst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei seinem Eintreffen in Edinburgh am vergangenen Donnerstag verhaften lassen wollten. Ihre Aktion blieb jedoch erfolglos. (dpa)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Millionen Zuschauer haben die Fotos eines mutmaßlichen Kinderschänders im Fernsehen gesehen. Nun hat die Polizei den entscheidenden Hinweis erhalten: Ein 27-jähriger wird festgenommen, er soll zwei kleine Mädchen missbraucht haben.

18.09.2010

Eine Oldtimer-Flugschau in Oberbayern wird nach einem schweren Unglück abgebrochen. Bei der Kollision von zwei Maschinen kommt ein Pilot ums Leben.

18.09.2010

Sechs Millionen Besucher, sechs Millionen Maß Bier und Millionen- Umsätze - am Samstag hat in München die größte Party der Welt begonnen. Das Oktoberfest bestimmt jetzt in München für zwei Wochen den Tagesrhythmus.

20.09.2010