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Panorama OB-Abwahl nach Loveparade wenig wahrscheinlich
Nachrichten Panorama OB-Abwahl nach Loveparade wenig wahrscheinlich
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18:48 06.09.2010
Der Platz von Adolf Sauerland im Stadtrat von Duisburg. Quelle: dpa

Duisburg. Sechs Wochen nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten stehen die Zeichen für Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU)auf Amtserhalt. In einer ersten Ratssitzung nach dem Unglück stärkte am Montag vor allem die CDU Sauerland den Rücken. Auch aus den Reihen der Grünen wurde geraten, erst strafrechtliche Ermittlungen abzuwarten. Zwar forderte eine Mehrheit den Oberbürgermeister in einer Resolution auf, politische und moralische Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten. Doch für eine Zweidrittelmehrheit dürfte es nach diesem Stimmungstest beim eigentlichen Abwahlverfahren am 13. September nicht reichen. Lediglich SPD, FDP und Linke fordern derzeit konsequent Sauerlands Rücktritt.

Sauerland hat bislang jede Verantwortung der Stadtverwaltung für das Unglück zurückgewiesen und einen Rücktritt abgelehnt. Während der Sitzung äußerte er sich nicht.

Die Angehörigen der 21 Opfer forderten zum Beginn der Sondersitzung den Rücktritt von Sauerland und der verantwortlichen Verwaltungsspitzen. Nach einer Schweigeminute gab ein Angehöriger das Votum der Familien vor den Ratsvertretern bekannt. „Es ist Zeit, ein Zeichen der Verantwortung zu setzen. Machen Sie doch gleich den Platz für Neuwahlen frei“, sagte er. Sauerland hatte zuvor das Mitgefühl des Rates ausgedrückt. „Uns alle quälen bohrende Fragen nach der Verantwortung“, sagte der Oberbürgermeister.

Gar nicht erst zur Abstimmung kam ein Abwahlantrag aus der Bürgerschaft, die dazu kurzfristig 10 000 Unterschriften vorlegte. Nachdem die Verwaltung den Antrag aus juristischen Gründen als ungültig bezeichnete, wurde er vom Rat auf eine spätere Sitzung verlegt.

Bereits vor Beginn der Ratssitzung hatte eine Gruppe von Demonstranten vor dem Rathaus den Rücktritt Sauerlands gefordert. Aber auch Unterstützer traten auf und trugen T-Shirts mit Parolen wie „Menschlichkeit statt Hetzjagd“ und „Gerechtigkeit statt Vorverurteilung“. dpa

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