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Professor Rainer Weiss: Der deutschstämmige Physiker ist einer der drei diesjährigen Physik-Nobelpreisträger.

Professor Rainer Weiss: Der deutschstämmige Physiker ist einer der drei diesjährigen Physik-Nobelpreisträger.
© dpa

Physik

Nobelpreis für Gravitationswellen-Forscher

Es war eine Weltsensation: Physikern aus mehreren Ländern, auch aus Deutschland, gelang 2015 der Nachweis von Gravitationswellen – dafür gab es heute den Nobelpreis.

Stockholm. Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die drei US-Forscher Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für den ersten direkten Nachweis im All entstehender Gravitationswellen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Die Auszeichnung ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen (rund 935 000 Euro) dotiert. Der in Berlin geborene Weiss erhält einen Teil des Preises, die beiden anderen Wissenschaftler teilen sich die andere Hälfte.

Gravitationswellen – bildlich dargestellt

Gravitationswellen – bildlich dargestellt.

Quelle: dpa

Beteiligt an dem Erfolg sind auch deutsche Forscher um den hannoverschen Physiker Karsten Danzmann. Die Forscher haben dabei geholfen nachzuweisen, dass es tatsächlich Gravitationswellen im All gibt, wie sie Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie vor 100 Jahren vorhergesagt hat.

Der Nobelpreis für Physik wird in der Regel unter mehreren Wissenschaftlern geteilt, die sich um ein bestimmtes Forschungsgebiet verdient gemacht haben. In den vergangenen 25 Jahren wurde die Auszeichnung immer mehreren Preisträgern gemeinsam zuerkannt. Im vergangenen Jahr war der Physik-Nobelpreis an die gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz gegangen, die für ihre Studien zu sogenannter exotischer Materie geehrt wurden.

Kip Thorne forscht nicht nur im Bereich der Gravitation, sondern ist auch als Filmberater tätig

Kip Thorne forscht nicht nur im Bereich der Gravitation, sondern ist auch als Filmberater tätig. So stand er dem Regisseur Christopher Nolan beim Film „Interstellar“ als Experte zur Seite.

Quelle: AP

Am Montag hatten die Amerikaner Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young den Nobelpreis für Medizin zuerkannt bekommen, weil sie der Menschheit Einblicke in den täglichen Biorhythmus ermöglicht haben. Für Mittwoch wird die Entscheidung über die Verleihung des Nobelpreises für Chemie erwartet. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers und am Freitag wird verkündet, wer den Friedensnobelpreis erhält. Der Preis für Wirtschaft, der streng genommen kein Nobelpreis ist, wird am 9. Oktober bekanntgegeben.

Was sind Gravitationswellen?

Gravitationswellen entstehen insbesondere, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden. Die Wellen stauchen und strecken den Raum und gehören zu den spektakulären Vorhersagen von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Der Theorie zufolge sendet jeder beschleunigte Körper Gravitationswellen aus, die umso stärker sind, je mehr Masse der Körper hat und je schneller er sich bewegt.

Rund 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage konnten die Ligo-Observatorien in den USA am 14. September 2015 erstmals die Gravitationswellen von zwei sich umkreisenden Schwarzen Löchern auffangen, die in rund 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung zur Erde verschmolzen waren. Der Nachweis wurde am 11. Februar 2016 der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Indirekt wurden Gravitationswellen bereits bei zwei einander umkreisenden Neutronensternen beobachtet. Dafür bekamen die US-Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor 1993 den Nobelpreis für Physik.

Die Ligo-Anlagen messen die Wellen mit Hilfe von zwei jeweils vier Kilometer langen Röhren, die rechtwinklig auf dem Boden liegen. Über ein Lasersystem lässt sich die Länge der beiden Arme extrem genau überwachen. Läuft eine Gravitationswelle durch die Anlage, staucht und streckt sie die Arme ein ganz kleines bisschen - rund 1000 Mal weniger als der Durchmesser des Wasserstoffatomkerns.

Von RND/dpa


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