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Panorama Nach Münchner Panne: Sky Marshals und Körperscanner
Nachrichten Panorama Nach Münchner Panne: Sky Marshals und Körperscanner
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16:40 21.01.2010
Kontrollen verschärft: Flughafen München Quelle: dpa
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Die EU-Innenminister vereinbarten mit ihrer US-Kollegin Janet Napolitano schärfere Kontrollen. In München war weiter unklar, wie ein Mann mit seinem möglicherweise mit Sprengstoff präparierten Laptop in den Sicherheitsbereich entwischen konnte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangte, die Sicherheit an Flughäfen komplett auf den Prüfstand zu stellen. Die Panne hatte am Mittwoch stundenlanges Chaos am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt verursacht.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach sich für den Einsatz der umstrittenen Körperscanner in Flughäfen aus - zunächst allerdings auf freiwilliger Basis. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir damit als Angebot beginnen“, sagte er am Donnerstag beim Treffen mit seinen EU-Kollegen im spanischen Toledo.

Verärgert über den Vorfall zeigte sich Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil. Er forderte eine sofortige lückenlose Aufklärung. „So etwas darf an einem Flughafen nicht passieren“, betonte der FDP- Politiker.

Von dem Mann mit dem verdächtigen Laptop fehlt weiterhin jede Spur. Eine Auswertung von Videoaufnahmen ergab keine Hinweise auf dessen Identität, teilte Flughafensprecher Albert Poerschke mit. Nach der Panne waren mehr als hundert Flüge verspätet oder wurden gestrichen.

Personenkontrollen am Münchner Flughafen übernehmen - wie in vielen anderen deutschen Städten - private Firmen. „Ich glaube, dass wir davon ausgehen müssen, dass es sich hier um menschliches Fehlversagen handelte“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, dem Audio-Dienst der dpa.

Auch für Thomas Hacker, FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag, liegt das Problem beim Personal. „Erneut zeigt sich, dass die Technik funktioniert“, sagte Hacker beim Bayerischen Rundfunk. „Wenn Fehler passieren, dann durch fehlende Personalausstattung.“ In diesem Fall hätte auch kein Nacktscanner geholfen, bemängelt er.

Der Einsatz von Körperscannern stand auf der Tagesordnung der EU- Innenminister in Toledo ganz oben. Während Großbritannien und die Niederlande Scanner bereits einsetzen, sind sie beispielsweise in Deutschland nicht erlaubt.

De Maizière rechnet damit, bereits im Sommer mit ersten Tests beginnen zu können. Für die Geräte macht er strenge Vorgaben: „Sie müssen leistungsfähig sein, dürfen der Gesundheit nicht schaden und die Intimsphäre nicht verletzen.“

Bei den Beratungen mit US-Heimatschutzministerin Napolitano einigten sich die EU-Minister auf strengere Kontrollen an Airports und den vermehrten Einsatz von Sicherheitskräften in den Flugzeugen. In den USA kommen fliegen verdeckt arbeitende Sky Marshals bereits seit Jahrzehnten mit.

Daneben soll auch der Austausch von Passagierdaten verstärkt werden - nicht nur zwischen Europa und den USA, sondern auch innerhalb der EU. „Die Weitergabe ist absolut nötig, denn Terroristen können ja auch ein Flugzeug von London nach Madrid nehmen“, sagte der spanische Innenminister und EU-Ratsvorsitzende Alfredo Pérez Rubalcaba.

An Weihnachten war ein Anschlag auf ein US-Passierflugzeug nur knapp vereitelt worden. Der mutmaßliche nigerianische Terrorist hatte in Amsterdam unerkannt in ein Flugzeug steigen können. De Maizière räumte ein, dass es dabei genügend Informationen über den Täter gegeben habe. „Es war ja nicht die Menge an Informationen, sondern das Verknüpfen von wichtigen Informationen.“ dpa

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