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Panorama Missbrauch auf Ameland: Regierung weist Vorwürfe zurück
Nachrichten Panorama Missbrauch auf Ameland: Regierung weist Vorwürfe zurück
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16:50 22.07.2010
Zu schweren sexuellen Übergriffen zwischen Jugendlichen und Kindern soll es bei einer Sommerfreizeit des Stadtsportbunds Osnabrück auf einem Ferienhof in Buren auf der niederländischen Urlaubsinsel Ameland gekommen sein.

Osnabrück. Vize-Fraktionschef Uwe Schwarz kritisierte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag), dass sich die CDU/FDP-Regierung aus der Fort- und Weiterbildung von Jugendleitern fast komplett zurückgezogen habe.

Das Land lasse die Verbände bei der Finanzierung allein, betonte Schwarz, der unter anderem auf eine Kürzung der Fördermittel für Bildungsstätten seit 2003 verwies. Er regte an, auch in Niedersachsen die Vorlage eines Führungszeugnisses für Jugendleiter zu prüfen.

Das niedersächsische Sozialministerium weist alle Vorwürfe von sich. „Wir haben in unseren Bereichen definitiv nichts gekürzt“, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Allein in die Stärkung der Jugendverbände investiere das Land jährlich rund 10,4 Millionen Euro.

„Auch im Bereich Kinder- und Jugendschutz haben wir die Mittel in den vergangenen Jahren erheblich aufgestockt“, hieß es weiter aus dem Ministerium. Von 2003 bis 2010 seien die Ausgaben von 1,3 auf 2,45 Millionen Euro gestiegen. Im gleichen Zeitraum sei der Etat zur Fortbildung von Jugendgruppenleitern von 84 700 auf 120 000 Euro angehoben worden. In die Fortbildung pädagogischer Fachkräfte fließen zusätzlich 340 000 Euro.

Dies bewertet die Linksfraktion vollkommen anders. Aus ihrer Sicht unterstützt das Land die Ausbildung von Jugendleitern „immer weniger“. „Die Vorgänge auf Ameland zeigen, dass wir gut ausgebildete Jugendleiter brauchen“, sagte Patrick Humke-Focks, sozialpolitischer Sprecher. Das sei zwar keine Garantie dafür, dass solche Vorfälle verhindert werden könnten, aber die Wahrscheinlichkeit steige.

Für die Landtagsgrünen ist die Diskussion um die Gelder zu kurz gegriffen. „Das ist zu einfach in schwarz und weiß gedacht“, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel. Es handele sich vielmehr um ein gesellschaftliches Problem und keine reine Geldfrage. Offensichtlich seien die Missbrauchsfälle bei der katholischen Kirche und in verschiedenen Schulen nur die Spitze des Eisbergs gewesen. „Die Aufklärung muss viel tiefer gehen als bisher erfolgt“, betonte er.

Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, appellierte derweil an Eltern, genau darauf zu achten, mit wem sie ihre Kinder in den Urlaub schickten. Auch bei Reisen mit freien Trägern sollte es selbstverständlich sein, dass die Leitung eine gute sozialpädagogische Ausbildung, möglichst ein entsprechendes Studium und ausreichende Erfahrung hat, sagte Hilgers.

Er betonte, dass er bisher den Eindruck gehabt habe, dass die freien Träger ihre Angebote sehr ordentlich organisieren. Vermutlich sei das auch bei dem Feriencamp auf Ameland der Fall gewesen. Dann allerdings sei die einzige Erklärung, die er für den Vorfall habe, dass einige Betreuer Urlaub gemacht hätten, statt ihre Aufgaben wahrzunehmen. Das Klima der Angst und Gewalt, das dort geherrscht haben müsse, müsste ihnen sonst aufgefallen sein, sagte er.

Im Feriencamp auf der niederländischen Insel Ameland sollen mehrere Jungen von anderen Jugendlichen sexuell schwer misshandelt worden sein. Der Stadtsportbund Osnabrück hatte das Feriencamp auf einem Bauernhof ausgerichtet.

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