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Panorama Mircos Eltern appellieren an Täter
Nachrichten Panorama Mircos Eltern appellieren an Täter
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18:45 25.09.2010
Sandra und Reinhard Schlitter, die Eltern des seit drei Wochen verschwundenen Mirco, appellieren über das Fernsehen an den möglichen Täter. Quelle: WDR / Catrin Heering (über dpa)
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DÜSSELDORF / GREFRATH. „Gib uns bitte unser Kind zurück oder sage, wo wir Mirco finden können“, flehte Mircos Mutter Sandra Schlitter bei einem gemeinsamen Auftritt mit ihrem Mann Reinhard. „Ich weiß, dass Mirco etwas Schlimmes zugestoßen ist, das fühlt eine Mutter ... Ich mache mir Gedanken, ob er friert, hungrig ist, Schmerzen hat, nach mir ruft“, sagte sie im WDR-Fernsehen. „Falls das Schlimmste eingetreten ist, müssen wir Abschied nehmen, irgendwie weiter leben.“

„Wir haben die Hoffnung, dass der Täter sich beeindrucken lässt und uns einen anonymen Hinweis gibt, dass wir Mirco finden können“, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. „Das wäre schön.“

Am Freitagabend war es genau drei Wochen her, dass Mirco in Grefrath auf dem Heimweg von einem Freund verschwand. An einem Feldweg wurde sein Fahrrad gefunden. Eine Woche später war klar, dass eine auf einem Parkplatz entdeckte schwarze Trainingshose dem Jungen gehörte. Auch ein Polohemd konnte ihm über DNA-Spuren zugeordnet werden. Nach wie vor verschwunden ist sein Handy.

Zeugen berichteten von einem dunklen Kombi an der Stelle, an der das Fahrrad entdeckt wurde. Über Tage durchkämmten Hundertschaften der Polizei die Umgebung. Aufklärungsjets der Bundeswehr überflogen das Gebiet mit Wärmebildkameras. Die Auswertung der Aufnahmen ergab bisher auch keine brauchbaren Spuren.

Am Freitag rückte die Polizei mit Kameras und Radarwagen an und blitzte alle Fahrzeuge, die in der Umgebung des möglichen Tatorts unterwegs waren. „Mit viel Glück und Zufall ist vielleicht auch der Täter geblitzt worden“, sagte Polizeisprecher Ingo Thiel.

Wenn nötig, könnten einige der nun erfassten Fahrzeugführer später als mögliche Zeugen befragt werden. Vier Stunden lang wurde bis Mitternacht nach Angaben von Theveßen jedes Fahrzeug fotografiert, das vorbeikam. „Das waren mehrere Hundert.“

Zeitgleich wurden in den Gaststätten im Bereich Grefrath Listen ausgelegt. Darin soll sich jeder eintragen, der dort freitags regelmäßig verkehrt oder an jenem 3. September zu Gast war, als Mirco verschwand. An dem Abend spielte die deutsche Fußball- Nationalmannschaft gegen Belgien.

Mit den Listen will die 50-köpfige Sonderkommission weitere wichtige Zeugen ermitteln. „Uns ist kein Aufwand zu groß, um Klarheit in die Umstände des Verschwindens von Mirco zu bekommen“, so Thiel. (dpa)

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