Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Millionenschaden durch Feuer auf Sylt
Nachrichten Panorama Millionenschaden durch Feuer auf Sylt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 16.08.2010
Am Tag danach: Verkohlte Ruine auf Sylt Quelle: dpa
Anzeige

Brandserie auf der Trauminsel: Auf Sylt jagte mitten in der Nacht zum Montag ein Feueralarm den nächsten. Mehr als 200 Menschen mussten nach Angaben von Polizei und Feuerwehr ein Hotel in Wenningstedt verlassen, etwa 180 die Volkshochschule Klappholttal bei List.

Die Betroffenen kamen vorübergehend in einer Halle des Sylter Flughafens unter, die sie im Laufe des Nachmittags wieder verließen. Bürgermeisterin Petra Reiber sprach von fünf Brandorten mit elf Brandherden auf der Nordsee-Insel. Sie vermute wie die Polizei Brandstiftung, sagte Reiber der Nachrichtenagentur dpa. Die Kripo ermittelt. Der gesamte Sachschaden könnte Millionenhöhe erreichen. Vier Menschen wurden bei den Brandeinsätzen verletzt.

Alle Sylter Feuerwehren waren bis zum Morgen im Dauereinsatz. Bei einem Unfall mit einem Feuerwehrauto gab es drei Leichtverletzte. Am schlimmsten betroffen war die Volkshochschule Klappholttal („Akademie am Meer“) in den Dünen zwischen Kampen und List. „Wir haben zwei Gebäude verloren“, berichtete Wehrführer Andreas Fließ.

So brannte das Wirtschaftsgebäude samt Speiseräumen ab. Zerstört wurde auch eine Baracke mit Unterkunftsräumen für Personal und Gäste. In einem weiteren Haus konnte ein Polizist ein gerade ausgebrochenes Feuer löschen. Dort hatte laut Feuerwehr vermutlich jemand Prospekte und eine Tischdecke angezündet.

Auf dem 7,5 Hektar großen Gelände der Volkshochschule stehen insgesamt rund 150 kleine Häuser mit 250 Betten. Der Sachschaden hier wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Bis zu 150 Feuerwehrleute aus fast allen Inselorten waren hier im Einsatz. Erschwert wurde ihre Arbeit dadurch, dass wegen des Feuers der Zugang zur Wasserentnahmestelle versperrt war.

Erst in 1,5 Kilometern Entfernung war ein Anschluss an die Wasserversorgung möglich. Wehrführer Fließ lobte die Evakuierung als vorbildlich. Zunächst hatte die Feuerwehr nur eine Teil-Evakuierung veranlasst, wegen befürchteter weiterer Brände auf dem Gelände mussten schließlich aber alle Bewohner heraus aus den Häusern. Am Nachmittag konnten sie wieder zurück. Ihre Verpflegung übernahm eine Nachbareinrichtung.

Im Wenningstedter Vier-Sterne-Hotel „Windrose“ der Lindner-Kette mussten rund 250 Gäste das fast direkt am Strand gelegene Haus verlassen, nachdem Feuer im Keller eines Nebengebäudes ausgebrochen war. „Dort hat Wäsche gebrannt“, sagte Wehrführer Ralf Winter der dpa. „Warum, wissen wir nicht.“

Die Ursprungsvermutung, ein Blitz habe den Brand verursacht, bestätigte sich nicht. Das Feuer wurde schnell gelöscht. Wegen Verrußung war das Hotel laut Polizei zunächst nicht bewohnbar. Die Hotelgäste konnten am Nachmittag aber ihre Sachen abholen. Viele von ihnen reisten nach Angaben der Bürgermeisterin nach Hause, andere bekamen Ersatzquartiere. Wer keine Unterkunft fand, konnte auch in der Flughafenhalle noch einmal übernachten.

Erst in der Nacht zum vorigen Donnerstag hatte es in einem Appartementhaus in Westerland einen Kellerbrand gegeben. Daraufhin mussten rund 60 Menschen in der Flughafenhalle übernachten. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte Polizeisprecherin Kristin Stielow zu den ungeklärten Ursachen für die nächtlichen Feuer auf Sylt. Alles begann gegen Mitternacht: Bei einem Pflegeheim der Awo brannten Mülltonnen, die schnell gelöscht werden konnten.

Es folgten in Wenningstedt das Hotel, ein nur 100 Meter entfernter Schuppen und zwei Container. Gegen 2.30 Uhr kam die Brandmeldung aus dem Schulungszentrum zwischen Kampen und List. Kurz nach 3.00 Uhr brach in dem Westerländer Pflegeheim im Keller Feuer aus, das schnell gelöscht wurde. Ein Mitarbeiter erlitt Verbrennungen und eine Rauchgasvergiftung. In der Nähe brannten dann noch einmal gegen 4.30 Uhr Müllcontainer. An einem Fahrzeug der Feuerwehr aus Tinnum kam es laut Bürgermeisterin Reiber bei einem Unfall zu Totalschaden.

Die Stimmung der von den Bränden Betroffenen in der Katastrophenschutzhalle auf dem Flughafen beschrieb Reiber als ruhig. „Die Menschen fühlen sich sehr gut versorgt und betreut, alles läuft Hand in Hand.“ Helfer brachten Essen und Getränke, das Rote Kreuz hatte Betten aufgestellt. „Innerhalb der Halle wurden auch noch Zelte aufgestellt, speziell für Familien mit Kindern“, schilderte Reiber.

Für die Kleinen gab es auch Kuscheltiere. „Noch in der Nacht haben einige Einzelhändler ihre Geschäfte aufgemacht, damit die Leute sich versorgen konnten“, sagte die Bürgermeisterin. „Ein Bäcker hat um 4.00 Uhr Brötchen geliefert.“ dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei der Bruchlandung eines Flugzeugs auf der kolumbianischen Insel San Andrés ist ein Passagier ums Leben gekommen, 120 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

16.08.2010

Regierungen und Helfer zeigen sich schockiert angesichts der Flut in Pakistan. Die Spendenfreude der Deutschen bleibt dennoch mau. Unter den Betroffenen macht sich Wut breit - besonders auf die eigene Führung. Dramatisch ist die Hochwasser-Lage in der Stadt Jacobabad.

16.08.2010

Viele Fragen bleiben offen: Auch mit einem Fernsehinterview hat Duisburgs OB Adolf Sauerland seine Kritiker nicht besänftigen können. Sie fordern weiterhin seinen Rücktritt. Die Duisburger CDU- Ratsfraktion hält jedoch zu ihm.

16.08.2010
Anzeige