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Nachrichten Panorama Mehr als 40 tote Schafe nach Wolfsangriff
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20:39 30.04.2018
Die toten Schafe werden von Vertretern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) untersucht Quelle: dpa
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Bad Wildbad

Bei dem Angriff eines Wolfs in Baden-Württemberg sind mehr als 40 Schafe gestorben. Ein Großteil soll der Wolf gerissen haben, einige Tiere mussten wegen ihrer schweren Verletzungen getötet werden. Unklar ist, wie viele Tiere ertranken, weil sie in Panik in einen nahen Bach sprangen. „Es war ein Bild des Grauens“, sagte Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, am Montag.

Das baden-württembergische Umweltministerium hatte zunächst von 32 gerissenen Schafen gesprochen und bestätigt: „Nach den ersten Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) vor Ort ist dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf verantwortlich.“

Der Wolfsmonitor des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zeigt die Vorkommen 2016/2017 Quelle: Nabu

Gewissheit werde jedoch erst eine genetische Analyse von Proben der toten Tiere geben. Falls es wirklich zutreffe, dass die Risse auf das Konto eines Wolfs gehen, könne der betroffene Schäfer mit einer raschen Entschädigung rechnen.

Herde erst seit einigen Tagen auf der Weide

Nach Angaben von Schäferpräsidentin Wohlfahrt war die Herde mit über 150 Tieren in einem umzäunten Areal gewesen. Eventuell sei der Wolf über den nahen Fluss eingedrungen. Die Herde sei erst vor wenigen Tagen vom Stall auf die Weide gekommen. Der Vorfall ist für sie ein trauriger Beleg für die lange gehegte Vermutung: „Weidetierhaltung und Wolf zusammen funktioniert nicht flächendeckend in Baden-Württemberg.“

Der Wolf könnte durch den Bach auf die Wiese gelangt sein Quelle: dpa

Wolfs-Freunde wie Grüne und Naturschützer zeigten sich betroffen: „Jetzt gilt es, dem Schäfer so schnell wie möglich zu helfen“, meinte Nabu-Landeschef Johannes Enssle. Und es gelte, Baden-Württemberg schnell auf die Rückkehr der Wölfe vorzubereiten. Mit effektivem Herdenschutz ließen sich solche Vorfälle in der Regel verhindern.

„Verhindern, dass Wölfe zum Problem werden“

FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke forderte die Grünen indessen auf, ihre „romantische Wolfspatenschaft“ zu beenden. Der Wolf müsse unter die Kontrolle des Jagdrechts gestellt werden. „Das hat sich auch bei den geschützten Tierarten wie dem Luchs bewährt. Als dicht bevölkertes Flächenland müssen wir durch bessere Kontrolle verhindern, dass Wölfe zum Problem werden.“

Die Mehrheit der Bundesbürger (79 Prozent) begrüßt, dass der Wolf wieder hier heimisch wird. Das ergab kürzlich eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland. Die Tiere gehören demnach für viele Menschen ebenso zur Landschaft wie Füchse, Rehe oder Biber. Ein Teil sieht aber auch Risiken.

In Baden-Württemberg sind seit 2015 mindestens vier Wölfe gesichtet worden. Bundesweit gibt es etwa 800 Wölfe, vor allem Niedersachsen und in Ostdeutschland. Im Jahr 2016 wurden über 1000 Nutztiere durch Wölfe getötet oder verletzt. Vor allem Schafe und Ziegen werden gerissen, aber auch Rinder.

Von RND/dpa

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