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Panorama Mehr als 2000 Menschen in Zügen im Eurotunnel gefangen
Nachrichten Panorama Mehr als 2000 Menschen in Zügen im Eurotunnel gefangen
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15:53 19.12.2009
Panne von fünf Zügen im Eurotunnel
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Die Bahngesellschaft Eurostar musste mitten im Weihnachtsverkehr alle Fahrten zwischen Frankreich und Großbritannien bis zum Sonntag aussetzen. Passagiere kritisierten die schlechte Informationspolitik und mangelnde Versorgung während der Panne im Tunnel.

„Der Zugverkehr ist den ganzen Samstag wegen der schwierigen Wetterbedingungen ausgesetzt“, sagte der stellvertretende Eurostar-Generaldirektor Nicolas Petrovic. In den 15 Jahren des Betriebs der Verbindung habe es so etwas noch nie gegeben. „Fünf Züge zwischen Paris und London sind zwischen 20.30 Uhr und 23.30 Uhr im Tunnel ausgefallen.“ Die Lokomotiven verkrafteten demnach nicht den Temperaturwechsel, als sie nach klirrender Kälte in Nordfrankreich in den wärmeren Tunnel einfuhren. Bis zum Mittag wurden zwei Drittel der rund 2000 betroffenen Passagiere nach London gebracht.

Der Frachtverkehr, für den andere Zugtypen eingesetzt werden, konnte um 5.30 Uhr morgens wieder aufgenommen werden, wie die Tunnelbetreibergesellschaft Eurotunnel mitteilte. Diese Züge transportieren Lastwagen und Autos sowie deren Passagiere. Eurotunnel habe in der Nacht 1364 Eurostar-Passagiere in seine eigenen Züge evakuiert und sie dann ins britische Folkestone gebracht. Zwei andere Eurostar-Züge seien mit Lokomotiven von Eurotunnel bis nach London geschleppt worden. Eurostar sei „nicht in der Lage gewesen, diese Operation mit eigenen Mitteln durchzuführen“.

„Wir waren ohne Strom, wir hatten kein Wasser und nichts zu Essen mehr“, sagte der Brite Lee Godfrey der BBC, der von einem Besuch im Pariser Disneyland mit seiner Familie nach London zurückreisen wollte. Die Klimaanlage sei ausgefallen. „Wir mussten die Notausgänge selbst öffnen.“ Viele Leute seien in Panik gewesen, die Kinder hätten Angst gehabt. „Es war ein einziger Alptraum.“ Ein Franzose sagte dem französischen Sender France Info, er sei mit seiner Familie 14 Stunden im Zug gewesen. „Das war wie in Viehwaggons, das Eingesperrtsein im Zug, keinen Tropfen Wasser, keine Informationen, nichts.“ Nun müsse er zurück nach Paris anstatt nach London.

Im Pariser Nordbahnhof drängten sich hunderte Menschen, die nach London reisen wollten. Vor den Eurostar-Schaltern bildeten sich am ersten Tag der Schulferien zu Weihnachten lange Schlagen. „Es fällt uns schwer, auf unsere Ferien zu verzichten“, sagte eine Mutter, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach London wollte. Sie wollte es jetzt „mit der Fähre“ versuchen. „Die Leute sind wirklich sauer“, sagte eine Bahnmitarbeiterin. „Sie verstehen nicht, warum die Bahn es nicht schafft, die Wetterbedingungen in den Griff zu bekommen.“

Die Eurostar-Züge verkehren zwischen London und Paris sowie London und Brüssel durch den Ärmelkanaltunnel. Die Verbindung zwischen London und Paris dauert zwei Stunden und 15 Minuten und eine Stunde und 51 Minuten zwischen der britischen Hauptstadt und Brüssel. Zusammen mit den Auto- und Lkw-Zügen von Eurotunnel unterqueren täglich rund 48.000 Menschen per Bahn den Ärmelkanal.

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