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Panorama Maritimes Spektakel mit Gegenwind - Windjammerparade der Kieler Woche
Nachrichten Panorama Maritimes Spektakel mit Gegenwind - Windjammerparade der Kieler Woche
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18:29 26.06.2010
Traditionssegler segeln auf der Kieler Förde bei der Windjammerparade. Quelle: dpa

VON JULIAN MIETH

KIEL. „Gegenwind aus Nordwest, nicht so toll“, seufzt Paradedirektor Stefan Borowski und schaut auf seine Uhr. “11.00 Uhr, besser wird es nicht, wir legen los.“ Dann gibt er das Startsignal für die traditionelle Windjammerparade der Kieler Woche am Samstag. Ein ohrenbetäubendes Tuten dröhnt aus dem Nebelhorn der „Thor Heyerdahl“ und schallt über die Kieler Förde.

In diesem Jahr wird die kilometerlange Windjammerparade von dem schwarz-weißen Dreimaster angeführt. „Wahnsinn“, ruft die 16-jährige Isabell Walther vom Steuerruder aus. Hinter der Schülerin ragen hunderte Segel in den Himmel. Erst vor einem halben Jahr heuerte sie im Rahmen des Projekts „Klassenzimmer unter Segeln“ auf dem Schiff an. Jetzt hat sie das Ruder fest in der Hand und hält das 50 Meter lange Schiff auf Kurs. „Das ist so cool, ich bin ganz aufgeregt.“

Hinter ihr haben mehr als 120 Großsegler, Traditionsschiffe, Dampfschiffe und Begleitboote Formation angenommen. Insgesamt sieben weitere Großsegler führen jeweils eine Gruppe kleinerer Segelschiffe an - etwa die Viermastbarken „Kruzenshtern“ aus Russland und die „Sea Cloud II“ aus Malta oder die niederländische Brigg „Aphrodite“. An Bord sind zahlreiche Passagiere, die das bunte Treiben vom Wasser miterleben wollen. Etwa die 39 Jahre alte Evelyn Spannuth aus Hannover: „Ich bin schon zum fünften Mal dabei. Sonst habe ich mit Segeln nichts am Hut, aber die Parade finde ich toll.“

Mehr als 100 000 Menschen beobachten nach Angaben der Stadt Kiel das faszinierende Schauspiel vom Ufer der Förde aus. „Nur zwei bis drei Windstärken, das ist fast Flaute“, sagt der Kapitän Detlef Soitzek grimmig. Viele Skipper haben dennoch zusätzlich zum Motorantrieb ihre Segel gesetzt. Über Soitzeks Gesicht huscht ein Lächeln: „Das soll ja zumindest für die Zuschauer gut ausschauen.“ Dann gibt auch er das Signal, um die großen Rah-Segel zu setzten.

„Die Parade geht mit bis zu 4,5 Knoten von der Innenförde bis ans Ende der Außenförde bei Laboe“, erklärt Paradedirektor Borowski, der sonst als Schiffslotse arbeitet. „Das ist alles im „Captain’s Handbook“ vorgeschrieben. Wenn wir die Fahrwassertonne 6 passiert haben, ist die Schau vorbei. Viele Schiffe fahren dann weiter auf die Ostsee hinaus.“ (dpa)

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