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Panorama Loveparade: Wulff und Merkel bei Trauerfeier
Nachrichten Panorama Loveparade: Wulff und Merkel bei Trauerfeier
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18:27 27.07.2010
Trauer um die Opfer der Loveparade Quelle: ap
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Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen daran teilnehmen. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte am Dienstag, alle Opfer seien an Brustquetschungen gestorben, nicht an der Folge von Stürzen. Unterdessen wächst der Druck auf den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland und andere Verantwortliche für die Genehmigung der Loveparade.

Die Kanzlerin unterbricht für die Teilnahme an der Trauerfeier ihren Sommerurlaub. Der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, werden die zentrale Gedenkfeier leiten. Der Gottesdienst wird live im ARD-Fernsehen übertragen. In der Stadt sollen Großbildleinwände aufgestellt werden, weil vermutlich nicht alle Besucher in die Kirche passen werden.


Kraft trug sich am Dienstag im Düsseldorfer Landtag gemeinsam mit Ministern ihres rot-grünen Kabinetts in ein Kondolenzbuch für die Opfer ein. Zuvor hatte bereits der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, in das Buch geschrieben. Auch in Kondolenzbüchern im Duisburger Rathaus und an der Unglücksstelle bekundeten zahlreiche Menschen ihre Trauer und ihr Mitgefühl mit den Opfern und deren Angehörigen.

Gewerkschaftschef fordert Rücktritt des Oberbürgermeisters


In die Trauer mischen sich aber zunehmend auch Rufe nach Konsequenzen. Besonders der Druck auf OB Sauerland wächst: Nach einem Bericht der „WAZ - Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Mittwochausgabe) war das Stadtoberhaupt entgegen seiner Beteuerungen spätestens vier Wochen vor dem Unglück über das Sicherheitskonzept informiert. Das gehe aus einem Sitzungsprotokoll hervor, auf dem handschriftlich das Kürzel Sauerlands vermerkt sei, berichtet das Blatt. Das Bauordnungsamt habe massive Bedenken gegen das Sicherheitskonzept erhoben, sich aber nicht durchsetzen können.

Bei der Loveparade in Duisburg hat es nach Angaben der Polizei bei einer Massenpanik mindestens 15 Tote gegeben. Vor dem Eingang zum Gelände sei es bei den Wartenden in einem Tunnel zur Panik gekommen.


Zuvor hatte Sauerland einen Bericht zurückgewiesen, er habe vor der Loveparade Kenntnis von Sicherheitsbedenken bei der Veranstaltung gehabt. „Mir sind keine Warnungen bekannt“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte schon am Montag berichtet, dass der Direktor der Duisburger Berufsfeuerwehr bereits im Oktober vergangenen Jahres Sauerland schriftlich gewarnt habe, der alte Güterbahnhof sei für die zu erwartenden Besuchermassen zu klein.

Die Onlineausgabe des WDR berichtete, die Genehmigung, das Gelände für die Loveparade zu nutzen, habe augenscheinlich auf unrealistischen Annahmen beruht. In dem Papier, das dem Sender vorliege, sei die Besucherzahl auf 250.000 Menschen begrenzt gewesen. Die Planungsfachleute hätten aber mit 700.000 bis 750.000 Besuchern gerechnet. Nach Angaben von Verantwortlichen wurde in dem Kreis sogar die Anreise von einer Million Menschen für möglich gehalten.

Für Donnerstag um 09.30 Uhr rufen Technofans laut WDR zu einer Demonstration gegen Sauerland auf.



Zu Medienberichten, wonach die Loveparade erst am Samstagmorgen um 9.00 Uhr von Sauerland genehmigt worden sei, wollte die Pressestelle der Stadt mit Hinweis auf die Ermittlungen nicht Stellung nehmen.

Schon vor Bekanntwerden des Protokolls hatte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, in der Onlineausgabe des „Handelsblatts“ den Rücktritt des Oberbürgermeisters gefordert.

Ministerpräsidentin Kraft sagte, ihre Regierung prüfe Vorschläge, die Sicherheit von Großveranstaltungen den Innenministerien der Länder zu übertragen. Man wolle in dieser Frage die Städte nicht alleinlassen. Eine bundeseinheitliche Regelung sei erstrebenswert. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ hatte Wendt zuvor für eine Übertragung auf die Innenministerien plädiert: „Das Sicherheitskonzept für Massenveranstaltungen ist derart anspruchsvoll, dass es nicht allein in den Händen einer Stadtverwaltung liegen darf.“ apn

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