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Panorama Linksextremisten greifen Polizei, Zoll und BKA in an
Nachrichten Panorama Linksextremisten greifen Polizei, Zoll und BKA in an
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13:56 04.12.2009
Tatort Hamburg: Vor Polizeiwache 16 im Schanzenviertel ging dieser Streifenwagen in Flammen auf. Quelle: ddp
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Wenige Stunden später setzten Unbekannte zwei Zoll-Fahrzeuge in Brand. Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch sprach bei der Tat auf die Wache von einer „bisher nicht da gewesene Gewalt gegen Menschen“. In Berlin verübten vermutlich Linksextremisten in der Nacht zum Freitag Anschläge. In beiden Städten wurde niemand verletzt.

Die etwa zehn Vermummten griffen die Hamburger Wache am Donnerstagabend um 23.00 Uhr an. Beamte hatten den Angaben zufolge Hilferufe gehört und wollten zu einer vermuteten Schlägerei auf die Straße eilen. Ein Beamter am Nebeneingang der Wache wurde sofort mit Steinen beworfen. Zeitgleich wollten weitere Polizisten das Gebäude am Haupteingang verlassen, als die Täter die Eingangstür mit einem Schloss verriegeln wollten. Die Täter warfen mit Steinen mehrere Fensterscheiben des Kommissariats ein, sagte ein Polizeisprecher.

Weiterhin zündeten die Vermummten einen Streifenwagen an und zerstörten die Scheiben eines weiteren Polizeifahrzeugs. Der erste Streifenwagen brannte vollständig aus, der zweite wurde von übergreifenden Flammen schwer beschädigt. Die Polizisten konnten sich in Sicherheit bringen. Es sei niemand verletzt worden, sagte der Sprecher und bezeichnete den Vorfall als „massiven Angriff“ auf die Beamten.

Jantosch verurteilte die Tat scharf. Der Staatsschutz arbeitete mit Hochdruck an einer schnellstmöglichen Aufklärung, sagte der Polizeipräsident. Eine verstärkt eingeleitete Fahndung mit mehreren Funkstreifenwagen blieb zunächst erfolglos. Die Brandstifter flüchteten in angrenzende Straßen, zündeten Müll an und warfen sogenannte Krähenfüße auf die Straße. Dabei handelt es sich um aus Nägeln gebastelte Metalldornen.

Zudem zündeten um 02.37 Uhr Unbekannte im Stadtteil Hammerbrook zwei Dienstfahrzeuge des Zolls an. Die zivilen Autos seien an ihren Nummernschildern als Behördenwagen erkennbar gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler vermuten, dass auch diese Autos von Brandstiftern beschädigt wurden.

Zu den Hintergründen der Taten wollte sich die Polizei nicht äußern. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Angriff auf die Polizeiwache und die Brandstiftung auf die Zoll-Fahrzeuge gibt, war ebenso unklar. Allerdings geht die Polizei von politisch motivierten Taten aus. Der Staatsschutz ermittelt in beiden Fällen.

Ein Zusammenhang zu den Vorfällen in Berlin in der Nacht zu Freitag ist auch noch nicht geklärt. Dort hatten Unbekannte drei Molotowcocktails, mit Farben gefüllte Flaschen und Pflastersteine auf die Berliner Außenstelle des Bundeskriminalamts (BKA) im Stadtteil Alt-Treptow geworfen. Auf ihrer Flucht warfen die Täter ebenso Krähenfüße auf die Straße. Zudem wurden Farbanschläge auf zwei Büros von Bundestagsabgeordneten verübt.

Für den Hamburger Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Joachim Lenders, zeigt der „brutale und feige Anschlag“ auf die Beamten in St. Pauli „einmal mehr, dass diese Täter billigend in Kauf nehmen, Menschen schwer zu verletzten oder sogar zu töten“. Dieses menschenverachtende Vorgehen sei „eine offene Kriegserklärung an Polizei und Rechtsstaat“.

Für Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) ist die Tat „ein extremistischer Angriff auf unsere Demokratie“. Die Täter müssten „mit aller Konsequenz verfolgt und mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden“. Ahlhaus hält eine Strafverschärfung für Gewalttaten gegen Vollzugskräfte für unabdingbar.

Bereits im September hatten rund 200 teils Vermummte nach dem umstrittenen Stadtteilfest im Schanzenviertel das Kommissariat attackiert. 2009 zählte die Polizei bis Ende November insgesamt 129 Anschläge auf Fahrzeuge in Hamburg. Davon sind 22 Vorfälle politisch motiviert gewesen. ddp

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