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Panorama Kind stirbt nach Kariesbehandlung: Arzt vor Gericht
Nachrichten Panorama Kind stirbt nach Kariesbehandlung: Arzt vor Gericht
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15:19 17.08.2010
Vor Gericht: Narkosearzt Ronald R. (2. v. l.) zwischen seinen Anwälten Oliver Hampel und Annette Clement-Sternberger Quelle: dpa

Nach dem Tod eines Zweijährigen sitzt seit Dienstag ein Narkosearzt auf der Anklagebank am Landgericht Halle. Der Junge war im Januar 2009 zwei Tage nach einer Vollnarkose während einer Zahnbehandlung in Zeitz in Sachsen-Anhalt gestorben. Der Anästhesist soll ein Gerät verwendet haben, das nicht für ein Kleinkind geeignet war. Dadurch soll er die mangelnde Sauerstoffversorgung des Jungen nicht rechtzeitig bemerkt haben. Das Kind war nach der Betäubung nicht mehr wach geworden.

Als erste Zeugin befragte das Gericht die 46 Jahre alte Mutter des Jungen. Aufgebracht schilderte sie die Ereignisse von Anfang 2009. Wegen der Karies ihres Sohnes sei sie mehrmals bei einer Zahnärztin gewesen, „aber er wollte den Mund nicht aufmachen“. Daher habe die Ärztin sie an einen Spezialisten überwiesen.

Der Vertreter der Eltern, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten, warf dem Arzt massives Fehlverhalten vor. „Es ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn Sie bei einem Kleinkind mit leichtem Zahnschaden Vollnarkose geben“, sagte Rechtsanwalt Frank Teipel. Das von dem Angeklagten eingesetzte Narkosegerät sei zudem völlig veraltet gewesen, weil es noch aus DDR-Zeiten stamme.

Der 53-jährige Arzt äußerte sich zunächst nicht zum Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge. „Er bedauert den Tod des kleinen Hannes zutiefst. Es ist ihm bewusst, dass das Leid der Eltern unermesslich ist“, hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des Mannes verlas. Der Angeklagte habe 30 Jahre lang als Narkosearzt gearbeitet, ohne dass es einen Zwischenfall gegeben habe. Sein Mandant habe das Leben des Kindes unter keinen Umständen gefährden wollen, sagte der Anwalt.

Für den Fall einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge ist laut Strafgesetzbuch eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren möglich. Das Landgericht Halle hat vorerst Verhandlungstermine bis zum 9. September anberaumt. dpa

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