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Panorama Keine Experimente bei "Wetten, dass...?"
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12:59 03.10.2010
Nimmt Maß: Katy Perry bei "Wetten, dass...?" Quelle: dpa

Als Thomas Gottschalk am Samstagabend die „Wetten, dass...“-Bühne in der Münchner Olympiahalle betritt und damit die Sommerpause beendet, begrüßt er seine Gäste mit den Worten: „Diese Republik ist nicht mehr das, was sie mal war. Der Bundespräsident ist weg, die Bundeswehr ist weg, die FDP ist fast weg. Die Frau von Matthäus ist wieder da, aber wahrscheinlich bald wieder weg.“ Was für die Republik gilt, gilt nicht für seine Sendung. Zum Start der Jubiläumsstaffel (im Februar wird die Show 30 Jahre alt) präsentierte die Wettsendung sich wie gewohnt - mit einem wortreichen Gottschalk, schönen Frauen und einer Reihe von Wetten, von denen höchstens eine im Gedächtnis bleibt: die von Franz Bayrhof und Manuel Jokisch aus Marktoberdorf im Allgäu.

Die beiden jungen Männer setzten sich gegen einen Klopapier- Kletterer, einen niedersächsischen Alphornbläser und einen Sportwissenschaftler durch, der bei dem Versuch scheiterte, mit den Füßen voran von einem Reck zum nächsten zu springen. Mit ihrem selbst erarbeiteten Alphabet aus Körpergeräuschen begeisterten Bayrhof und Jokisch das Publikum in der Olympiahalle.

Auch die Beziehung zwischen Gottschalk und seiner inzwischen nicht mehr ganz so neuen Co-Moderatorin Michelle Hunziker stand wieder im Fokus: Erst flirteten die beiden - dann wechselte Hunziker in eine Art Mutterrolle und wies Gottschalk immer wieder zurecht. Öfters fielen sich die beiden gegenseitig ins Wort - wie Gottschalk das bei seinen Gästen seit eh und je tut.

Vor allem Rock-Legende Joe Cocker, der - obwohl optisch deutlich gealtert - bei seinem neunten Besuch bei „Wetten, dass...“ einen starken Auftritt hinlegte, kam leider kaum zu Wort. Ähnliches galt für Bayern-Star Arjen Robben. Auch Komiker Mittermeier, der viel über seinen spannenden Dokumentarfilm und die Rolle des Humors im Kampf gegen totalitäre Systeme hätte sagen können, wurde viel zu schnell abgewürgt.

Als unbezahlbar stellte sich die Gottschalk-Methode allerdings bei Hollywood-Star Milla Jovovich („Resident Evil“) heraus, die - zur Enttäuschung vieler Fans - ohne ihren angekündigten Kollegen Orlando Bloom („Herr der Ringe“) kam. Seine Frau sei schließlich schwanger, entschuldigte sie ihn. Ihr Auftritt war mehr als seltsam: Die Schauspielerin wirkte überdreht, würdigte die anderen Gäste auf dem Sofa - mit Ausnahme von US-Sängerin Katy Perry, die sie überschwänglich begrüßte - kaum eines Blickes und antwortete auf alles Mögliche, nicht aber auf die ihr gestellten Fragen. Bei ihren langen, merkwürdigen Monologen ging ein Raunen durchs Publikum - bis Gottschalk eingriff.

Ganz anders dagegen Katy Perry („I kissed a Girl“). Zwar hatte auch sie ganz offensichtlich Probleme mit der Übersetzung und bekam oft zu spät oder gar nicht mit, wenn sie angesprochen wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen internationalen Stars aber bemühte sie sich redlich, Interesse zu zeigen, und harrte stundenlang auf Gottschalks Sofa aus - lächelte charmant und erfreute vor allem ihren Sitznachbarn Mittermeier mit ihrem äußerst knappen Outfit. „Bei der Sesamstraße war ihr Outfit zu heiß, für „Wetten, dass...“ ist es gerade richtig“, sagte Gottschalk. Perry war in die Kritik geraten, weil sie nach Ansicht einiger Kommentatoren in einem zu engen Oberteil in der US-Kindersendung aufgetreten war.

Höhepunkt der Sendung allerdings war der Sprung des Gastgebers in Boxershorts aus siebeneinhalb Metern ins Becken des Münchner Olympiabades. Gottschalk opferte sich für Schauspielerin Christine Neubauer, die nach einer verlorenen Wette eigentlich den Sprung im Dirndl hätte wagen müssen - allerdings mit Verweis auf unpassende Unterwäsche oben stehen blieb. Zum Unmut der Zuschauer erließ Gottschalk ihr die Wettschulden. „Vollweib“ Neubauer musste stattdessen an einer Seilbahn über das Olympiastadion sausen.

Nach dem Sprung wurde es ziemlich chaotisch: „Ich habe die Kontrolle über die Veranstaltung verloren“, sagte ein triefend nasser Gottschalk nach dem Sprung - seine Co-Moderatorin Hunziker kümmerte sich währenddessen in der Olympiahalle um die Musik-Gäste Scissor Sisters. Komiker Mittermeier, der gemeinsam mit seinem Kollegen Bülent Ceylan für viel Gelächter sorgte, hoffte kurzzeitig, die Sendung übernehmen zu können. Da allerdings - das machte Gottschalk bereits vor der Sendung klar - darf er sich wohl wenig Hoffnungen machen. Er sei „noch voll im Saft“, hatte Gottschalk vor seiner 142. Show gesagt. Auch da also: keine Experimente.

(Von Britta Schultejans, dpa)

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