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Panorama Kampusch schreibt Biografie: "Arbeite noch an der Freiheit"
Nachrichten Panorama Kampusch schreibt Biografie: "Arbeite noch an der Freiheit"
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13:00 06.09.2010
Hat ihr Leben aufgeschrieben: Natascha Kampusch Quelle: dpa/Archiv
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In ihrer am Mittwoch erscheinenden Biografie “3096 Tage“ beschreibt Kampusch unter anderem, wie sehr sie die Zeit in Gefangenschaft und die Reaktionen in der Öffentlichkeit danach auch psychisch einschränken.

Die Wienerin war 1998 als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule von Wolfgang Priklopil entführt und achteinhalb Jahre in einem schalldichten Kellerverlies eingesperrt worden. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Ihr Peiniger warf sich noch am selben Tag vor einen Zug. Ihre Befreiung machte weltweit Schlagzeilen.

Sie sei als Kind kurz nach der Entführung und in dem Versteck hinter einer tonnenschweren Betontür gar nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren oder Fluchtpläne zu schmieden, sagte Kampusch im dpa- Gespräch. „Es hätte vielleicht sogar gereicht, wenn es eine ganz normale Tür gewesen wäre.“

In ihrem Buch beschreibt sie tägliche seelische und körperliche Misshandlungen von Priklopil, mit der er ihren Willen brechen wollte. Er schlug sie brutal zusammen, schor ihr die Haare, gab ihr mit „Bibiana“ einen neuen Namen und ließ sie halbnackt im Haus putzen. Selbst bei späteren gemeinsamen Ausflügen schafft die junge Frau es nicht, um Hilfe zu rufen.

„Ich wollte mit der ganzen Geschichte abschließen“, erklärte Kampusch im dpa-Gespräch das Buch. Durch das Erzählen seien die Erlebnisse noch einmal hochgekommen. Es habe aber auch beim Verarbeiten geholfen, da sie die Gefangenschaft lange verdrängt und sich eingeredet habe, dass alles doch nicht so schlimm gewesen sei. „Aber als ich das dann gelesen habe, ist mir klar geworden, wie schrecklich das eigentlich war. Mir hat die Person, der das passiert ist, dann so leidgetan. Ich tue mir aber eigentlich nicht leid - das war wie eine Rückkoppelung“, sagte Kampusch.

Außerdem habe sie Menschen, die sich für ihre Geschichte interessieren, eine authentische Schilderung der Geschehnisse geben wollen. Denn auch vier Jahre nach der Flucht fühlt sich die junge Frau als Opfer stigmatisiert und durch Vorurteile in ihrer Freiheit eingeschränkt: „Das ist so, wie wenn man jemandem, der am Boden liegt, noch einen Tritt gibt, damit er da bloß liegen bleibt. Man darf dann nur noch das Haus am Rande der Ortschaft in der Nähe des Friedhofs bewohnen.“ In Zukunft will Kampusch lernen, endlich ohne Einschränkungen zu leben: „Ich möchte die Freiheit zu allem haben.“ dpa

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